Archiv mit
Hintergrundberichten
| Inhalt: In Dropdown-Menu anklicken! |
|
||
Zum Krieg zwischen Regierung und NPA
Kurzer geschichtlicher Überblick zu den Philippinen
Kurzer Überblick zur Geographie, Politik und Wirtschaft der Philippinen
Menschenrechtsverletzungen durch Militär in Mindoro
Zwei Menschenrechtler in
Mindoro Oriental ermordet
Der Philippine Daily Inquirer berichtet am 23.
April 2003, dass in der Provinz Mindoro Oriental zwei Menschenrechtler
ermordet wurden. Es handelt sich um Eden
Marcellana, Generalsekretär der
Menschenrechtsorganisation Karapatan für Süd-Tagalog, und Eddie Gumanoy von der
Bauernorganisation Kasama. Sie wurden am 21. April von maskierten
Männer entführt, die sich selbst als antikommunistische
Wachtruppen bezeichneten. Einwohner fanden die Leichen am
nächsten Tag in der Gemeinde Alcadesma. Karapatan und die linksorientierte
Sammlungsbewegung BAYAN beschuldigten Col. Jovito
Palparan, kommandierender Offizier der 204. Infanterie
Brigade der Philippinischen Armee, für die Tat verantwortlich zu
sein. Palparan stritt dies ab.
Die Überprüfung der Tötung der Menschenrechtler
wurde nach Aussagen des Untersuchungsdirektors der Nationalen
Untersuchungsbehörde NBI, Reynaldo Wycoco, nach
einem Bericht des Philippine Daily Inquirer vom 28. April
2003 ausgeweitet. Es werden jetzt weitere Fälle
untersucht, die militärischen Greueltaten
zugeschrieben werden.
Weitere Entwicklung in
Mindoro: PDI meldet am 2. Mai 2003, dass das Militär
Ex-Kommunisten zur Tötung der Menschenrechtler angestiftet haben
soll.
Colonel Jovito Palparan, dem
Menschenrechtsorganisationen die Urheberschaft der Morde
in Mindoro nachsagen, wird nach einem Bericht der PDI
vom 6. Mai an der Anhörung des Senatskomitees
für Menschenrechte am 6. Mai
teilnehmen. Vorsitzender ist Senator Francis Pangilinan.
Verteidigungsminister Angelo Reyes und Lieutenant General Rodolfo
Garcia, Vizestabschef der Philippinischen Armee, sowie Gouverneur
Bartolome Marasigan der Provinz Mindoro Oriental ind auch zur
Anhörung geladen.
Am Montag, den 21. Juli 2003, wurde in Mindoro Occidental eine Mangyan-Familie
getötet. Der Abgeordnete Satur Ocampo
der Partei Bayan Muna bringt laut Manila Times vom 24.
Juli eine Resolution in den Kongress ein, in der er die
sofortige Amtsenthebung des Kommandeurs der 204.
Infanteriebrigade, Colonel Fernando Mesa
fordert. Die Armeeeinheit soll verantwortlich für die Tötungen
sein. Col. Mesa hat den umstrittenen Col. Palparan im Mai in der
Führung der 204. Brigade abgelöst.
Jagd des Militärs auf NPA
vertreibt Mangyans
100 Angehörige des Mangyanvolkes wurden in der
Nähe von Paluan auf der Insel Mindoro eingeschüchtert und aus
ihren Häusern vertrieben, als fast 2000
Soldaten die Gegend auf der Suche nach Guerilleros der
Neuen Volksarmee NPA durchkämmten. Das berichtet laut PDI
vom 21. Januar 2004 die Menschenrechtsorganisation Karapatan
nach einer Fact Finding Mission südlich der Hauptstadt Mamburao
von Mindoro Occidental. Major Jose Broso, Sprecher des
Armeekommandos für Südluzon, gab die laufenden
Militärbewegungen nach Entdeckung eines Trainingslagers der NPA
zu. Marie Hilao Enriquez, Karapatan
Generalsekretärin, berichtete auch von Verhaftungen von
Dorfbewohnern.
Bürgermeister Rodrigo Duterte und die Menschenrechte in Davao City
Morde an Straßenkindern
in Davao City
Aufgegriffen
wurde die Serie der Morde an Kindern und Jugendlichen in Davao
City vom Philippine Center for Investigative
Journalism - PCIJ.
In einem zweiteiligen Bericht (1) Davaos Teenager kommen auf der
Mordfeldern Davaos um" und (2) "Armut und familiärer
Zerfall zwingt Kinder auf die Straße" wird über die Fortsetzung
der Mordserie bis Ende 2002 berichtet, sowie über die
Hintergründe. Erzählt wird die Geschichte der Familie Alia in
Davao, die seit 2001 drei ihrer Kinder durch Morde - vermutlich
durch Todesschwadronen - verlor. Der letzte war Bobby Alia, der
im November 2002 getötet wurde. Die katastrophalen Zustände in
Familien durch die Armut, die Kinder zu Straßenkindern und
Kriminellen werden lassen, werden vor allem im zweiten Teil
diskutiert, anhand der Erkenntnisse der Organisation Tampayan,
die sich gezielt dieser Kinder und Jugendlichen annimmt. Davao
Citys Bürgermeister Rodrigo Duterte, der von
vielen als Hintermann der Todesschwadronen angesehen wird,
argumentiert: "wenn wir immer erst Ursachenforschung der
Armut machen wollen, werden wir alle getötet" (gemeint
ist wahrscheinlich: von jugendlichen kriminellen Gangs).
Neuerdings griff im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen,
bei denen Duterte wieder für das Bürgermeisteramt in Davao
kandidiert, der SunStar vom 29. April 2004 das
Problem wieder auf. In den letzten Jahren ist die Zahl der
summarischen Hinrichtungen kontinuierlich angestiegen, viele
dieser Morde werden den sognannten Davao Death Squads, den
Todesschwadronen von Davao, zugerechnet, die angeblich mit
Duldung Dutertes operieren, was er allerdings abstreitet.
* * *
Bürgermeister Duterte
zeigt keine Regung über Morde an Dieben in Davao City
SunStar vom 19. Juni 2003 berichtet über
weitere Morde an Kriminellen in Davao City. Innerhalb von drei
Tagen sind es jetzt vier Getötete. Berichte sprechen davon, dass
es sich um das Werk von Vigilantegruppen handelt. Bürgermeister
Duterte bemerkte zu den Morden: "Ich weine nicht, wenn
Kriminelle getötet werden." Wenn die Angehörigen der
Getöteten meinten, die Polizei sei in die Morde verwickelt,
sollen sie doch Anklage erheben, führte er weiter aus.
* * *
Davao: Zwei in
Drogengeschäfte verwickelte Polizisten in Davao niedergeschossen
Bürgermeister Duterte hatte vor kurzem im TV ein sogenanntes
Spezialprojekt gegen mutmaßlich in Grogengeschäfte verwickelte
Polizisten verkündet. Sein Kommentar laut SunStar vom
23. Juni 2003 nach der Tötung: "Zwei sind weg und
zwei müssen noch gehn." Er leugnete allerdings, etwas mit
der Tötung zu tun zu haben. Vielmehr gebe es Gruppen, die seine
Warnungen an Kriminelle zum Anlass einer Selbstjustiz nähmen.
* * *
Davao: Wieder zwei
Drogenkriminelle erschossen
Wieder wurden in Davao City zwei mutmaßliche Drogenkriminelle
von Vigilantes auf Motorrädern erschossen, meldet der SunStar
vom 24. Juni 2003. Bürgermeister Rody Duterte
versicherte der Öffentlichkeit, man werde nach den
Verantwortlichen für die Schnellhinrichtungen suchen.
Gleichzeitig warnte er die Drogenhändler, ihre illegalen, die
Gesellschaft zerstörenden Aktivitäten einzustellen, wenn Sie
nicht seinen Zorn spüren wollten.
* * *
Davao: Zwei weitere
Drogenkriminelle exekutiert, kennt die Polizei die Täter?
SunStar vom 17. Juli 2003 berichtet über zwei weitere
Vigilantenmorde an mutmaßlichen Drogenverdächtigen in Davao
City. Eine neu gegründete Gruppe namens "Koalition gegen
außergerichtliche Schnellexekutionen" (Coalition
Against Summary Executions - Case) beschuldigt die Polizei, die
Schuldigen für die 86 außergerichtlichen Hinrichtungen seit
Jahresanfang zu kennen und keine Anstrengungen zur Festnahme zu
unternehmen. Auch Bürgermeister Duterte wird mit den
Todesschwadronen (Davao Death Squads - DDS) in Verbindung
gebracht.
* * *
Davao: Todesschwadronen
töten das 25. Opfer
SunStar vom 31. Juli 2003 berichtet, dass am
Mittwochmorgen ein 47jähriger Geschäftsmann 35 Meter entfern
von einem Polizeiposten von Tätern auf Motorrädern erschossen
wurde. Dem Geschäftsmann wurde nach unbestätigten Gerüchten
eine Verbindung zu Drogenkreisen nachgesagt.
* * *
Bürgermeister Duterte
droht Drogenhändlern
SunStar vom 1. Dezember 2003 berichtet über Warnungen
von Rodrigo Duterte, Bürgermeister von Davao, an die Adresse chinesischer
Drogenhändler. Wenn sie ihre Drogenfabrik in Davao
einrichteten, werde er nicht zögern, sie niederzureißen, oder
niederzubrennen, mitsamt ihren Eigentümern.
Todesschwadronen wüten in
Davao
Opfer Nr. 93 bis 95 seit Januar 2003 fielen jetzt laut SunStar
vom 8. Januar 2004 den Todesschwadronen auf Motorrädern
in Davao City zum Opfer. Eines der Opfer ist Eduardo
Cerida, der frühere Bodyguard des im September
erschossenen Radiosprechers Juan Pala. Angeblich hatte er
Informationen über Palas Mörder. Nach einem Bericht des SunStar
vom 11. Januar 2004 beschuldigte die politische Linkspartei
Bayan wiederum Bürgermeister Rodrigo Duterte
einer Verwicklung in die neue Mordserie. Sie sprach ihm den
politischen Wille ab, die summarischen Hinrichtungen
an Drogenhändlern und anderen Kriminellen zu beenden. Auch
progressive politische Kräfte könnten ins Visier der
Todesschwadronen geraten. Niemand sei sicher. Demgegenüber
erklärte laut SunStar vom 12. Januar 2004 ein
früherer Stadtrat von Davao,Wendell Avisado,
nicht das Bürgermeisterbüro sei zuständig, sondern die philippinische
Polizei PNP sei dafür verantwortlich,
diese Fälle von Vigilantenmorden aufzuklären.
Sechs weitere Opfer der
Todesschwadronen in Davao
Insgesamt sechs Personen wurden von Freitag, den 28.
Mai, bis Montag, den 1. Juni 2004 in Davao - vermutlich wiederum
durch Todesschwadronen - umgebracht. Eine erste Meldung
des PDI vom 1. Juni 2004 berichtet über die Tötung
eines zwölfjährigen Jungen durch bewaffnete
Motorradfahrer, sowie über die Ermordung drei weiterer Personen,
darunter mutmaßliche Drogenhändler. Eine zweite Meldung
des PDI am gleichen Tag berichtet über zwei weitere
Tötungen am Montag, den 1. Juni.
Fünfzehn Opfer der
Davao-Todesschwadronen im Juni
SunStar vom 2. Juli 2004 berichtet über zwei
weitere Morde in Davao City durch bewaffnete Motorradfahrer.
Wieder sollen die Opfer in Verbindung mit der Drogenszene
gestanden haben. Es handelt sich um den 21-jährigen
Tattoo-Künstler Rodel Simbajon und den 22-jährigen
Balutverkäufer Roberto Gawin (Balut ist ein angebrütetes
Entenei). Damit erhöht sich die Zahl der Opfer durch bewaffnete
Motorradfahrer allein im Juni auf fünfzehn.
Wieder drei
Vigilantenmorde in Davao
Der PDI vom 5. Juli berichtet, dass am Sonntag,
den 4. Juli 2004, drei bewaffnete Männer die 17- und
19-jährigen Brüder Michael und Ryan Maraya erschossen haben.
Die mutmaßlichen Täter flüchteten auf einem blauen Motorrad.
Die beiden Brüder gehörten zu einer kriminellen Gang und waren
verschiedener Verbrechen beschuldigt. Eine halbe Stunde früher
war der 26-jährige Menilio Lumanta, von zwei bewaffneten
Motorradfahrern niedergeschossen worden. Ihm wurden Verbindungen
zur Drogenszene nachgesagt.
Erneute Opfer der
Todesschwadronen in Davao
SunStar vom 12. Juli 2004 berichtet über ein weiteres
Opfer bewaffneter Motorradfahrer in Davao. Der
47-jährige Fischverkäufer Roger Malibay, Vater von fünf
Kindern, wurde am Sonntagmorgen von zwei bewaffneten
Motorradfahrern - mutmaßlich Angehörige einer Vigilantengruppe
- erschossen. Das nächste Opfer, der
22-jährige Tricyclefahrer Rey Donaire, wurde dann laut SunStar
vom 13. Juli 2004 gleich am Montag tot in seinem
Tricycle gefunden, ebenfalls erschossen.
Weitere Mordopfer in Davao
Die Zahl der Mordopfer durch die Todesschwadronen in
Davao hat sich nach Meldungen von PDI vom 22.
Juli 2004 bzw von SunStar vom 22. Juli
auf bis zu 48 in diesem Jahr erhöht. PDI
berichtet von vier Opfern der Motorrad-Schwadronen
in den letzten zwei Tagen. Die Toten sollen wieder verdächtigt
sein, in Verbindung zur Drogenszene oder sonstigen kriminellen
Aktivitäten zu stehen. Einer soll ein Mitglied einer
verbrecherischen Bande sein. Der Mord an ihm geschah einen Tag,
nach dem Bürgermeister Duterte erklärt hatte,
seine Geduld mit dieser Verbrecherbande sei erschöpft. SunStar
vom 23. Juli 2004 berichtet über das 49.
Mordopfer in diesem Jahr, den 15jährigen
Tricyclefahrer Mark "Inday" Quizo.
Drei neue Opfer der Davao
Todesschwadronen
In Davao City wurden am Wochenende nach einem Bericht
des SunStar vom 2. August 2004 wieder drei
Männer von bewaffneten Motorradfahrern erschossen. Damit steigt
die Zahl der summarischen Hinrichtungen in Davao
in diesem Jahr auf 54. Die Opfer sind Nelson
Cotabato, Joel Alison (19 J.) und Zandro Bajala (18 J.).
Zumindest die beiden ersten gehörten wieder der kriminellen
Szene von Davao City an.
Zwei weitere Opfer in
Davao
Die Serie der ungeklärten Morde durch Todesschützen in Davao
reisst nicht ab. Zwei weitere Opfer wurden laut SunStar
vom 6. August 2004 in der Nacht von Mittwoch auf
Donnerstag erschossen, so dass es jetzt 59
Ermordete in diesem Jahr sind. Die Opfer waren Zalde
Adegue, alias Nonoy, 26, Tricyclefahrer, und Edward
Timtim, 35, Angestellter des Caltex Depots in Sasa.
Adegue galt als Führer einer Kriminellenbande.
Taxifahrer durch
Vigilanten ermordet
PDI vom 14. August 2004 berichtet, dass der
50jährige Taxifahrer Ronolfo delos Santos das 62. Opfer der
summarischen Hinrichtungen durch Vigilanten in Davao City wurde.
Davaos Bürgermeister
Rodrigo Duterte beschimpft amnesty international
Laut SunStar vom 16. August 2004 beschimpfte Rodrigo
Duterte, Bürgermeister von Davao City, amnesty
international wegen eines Briefes, den
die Organisation an Präsidentin Arroyo
geschrieben hatte und in dem sie ihre Besorgnisse über die summarischen
Hinrichtungen in Davao - vorwiegend an Kleinkriminellen
und Drogenhändlern - ausdrückte. Duterte erklärte, das Problem
der Kriminalität in Davao werde auf seine Art
gelöst. Die Angelegenheiten der Stadt gingen AI nicht an. AI
solle sich lieber um die Pädophilen in seiner eigenen
skandinavischen (!!! red.) Region, wie Belgien etc, kümmern und
um den Völkermord im Sudan.
Duterte fordert zu Folter
auf
Nach einem Bericht der Mindanao
Times vom 16. August 2004 erklärte Davaos
Bürgermeister Rodrigo Duterte in seiner wöchentlichen
Fernsehsendung öffentlich, es sei das Recht
der Behörden, den der Beteiligung an den summarischen
Hinrichtungen in Davao verdächtigten inhaftierten Taeza
zu foltern, um seine Mitgliedschaft in den
Vigilantegruppen zu beweisen. Damit will sich Duterte von dem
Vorwurf entlasten, er stehe hinter den Vigilantemorden der Davao
Death Squads.
Tourismusdirektor Barbers
begrüßt die Vigilantenmorde
Unter der Überschrift 'Vigilantenmorde bringen
unerwartete Vorteile für Davao' meldet der PDI
vom 19. August 2004, Tourismusdirektor Robert
Dean Barbers stehe den Morden der Todesschwadronen in
Davao positiv gegenüber. Die Aktivitäten seien großartig. Auch
Bürgermeister Duterte mache einen guten Job. Er
begrüße die Morde, wenn die Leute es verdient hätten.
Das Interesse für touristische Reisen nach Davao sei
angestiegen, vor allem in China.
Verwandte von
DDS-Mordopfern fordern Auskunft
Verwandte von Mordopfern von Vigilanten in Davao fordern
laut SunStar vom 20. August 2004 Auskunft von
der Polizei und von Duterte über den angeblich inhaftierten
Mörder, der den Todesschwadronen angehören soll. Sie fürchten,
dass der Täter nicht der Öffentlichkeit vorgestellt wird, um
den Drahtzieher hinter den Morden nicht zu entlarven.
Zusammenfassung zu den
Morden der Todesschwadronen in Davao
Die philippinische Nichtregierungsorganisation PREDA hat auf
ihrer website www.preda.org die Morde an jugendlichen Kleinkriminellen
ausführlich dokumentiert, zuletzt am 20 Mai 2004 in einem Artikel von Kathy Marks unter dem Titel
"Philippines city flourishes under rule of the
gun"
Journalisten leben gefährlich auf den Philippinen
| Zum Mord an der
Journalistin und Menschenrechtlerin Benjaline Hernandez durch das philippinische Militär..................(Fotos nach www.rsf.org/rsf/uk/) |
![]() |
Beweise für Mord an
Menschenrechtlerin durch das Militär
Der PDI News Service berichtet am 14. November 2003,
dass eine dreiköpfige Untersuchungskommission der
Staatsanwaltschaft von Davao City Beweise gefunden hat, die die Anklage
wegen Mordes an der Menschenrechtlerin Benjaline
Hernandez und ihrer Begleiter gegen Mitglieder
des Militärs und der Milizen CAFGU stützen. Belastet
durch die Untersuchung werden die Angehörigen des Militärs
M/Sgt. Antonio Torilla und Cpl. Randolph Tamayo der 12. Kompanie
der Sondereinheiten Special Forces und die Milizangehörigen Leo
Indagacan und Didok Anarna sowie weitere unindentifizierte
Milizangehörige der CAFGU. Demnach werden die Behauptungen des
Militärs, es habe sich um Tötungen in einem Gefecht gehandelt,
als Schutzbehauptung gewertet. Danach gilt es als erwiesen, dass
Benjaline Hernandez aus nächster Nähe erschossen wurde und
ebenso wie ihre Begleiter nicht während eines Gefechtes.
* * *
Reporter ohne
Grenzen berichtet über zwei weitere Morde an philippinischen
Journalisten:
Edgardo
Damalerio
wurde am 13. Mai 2002 auf Mindanao erschossen (siehe
dazu den Bericht "Dangerous place to be a
journalist" des Philippine Center for Investigative
Journalism / Today vom 9. Dezember 2002),
Sonny Alcantara am 22. August 2002 in San
Pablo auf Luzon.
Mehr über die weitere Entwicklung und die erneute
Ermordung zweier Rundfunkjournalisten im August findet
man auf der website www.rsf.org.
Siehe hierzu auch die deutsche Übersetzung der Presseerklärung vom 12. Dezember 2002 von
amnesty international und den zusammenfassenden Artikel aus den ai-news vom 17. Oktober 2003
Neuere Gesetze der Philippinen (Republic Act) zu Menschenrechtsthemen
Gesetz gegen schlimmste Formen von
Kinderarbeit vom 19. Dezember 2003
(RA 9231: ACT
PROVIDING FOR THE ELIMINATION OF THE WORST FORMS OF CHILD LABOR
AND AFFORDING STRONGER PROTECTION FOR THE WORKING CHILD
Gesetz zum Schutz von Frauen und
ihren Kindern vor Gewalt vom 8. März 2004
(RA 9262: Anti-Violence Against Women and Their
Children Act of 2004)
Weitere externe Informationen, Zeitungsartikel vor 2007 und andere
* * *
Radiojournalist in Davao erschossen
Unbekannte haben am
Montag, den 24. Dezember 2007 auf den Philippinen einen Radiomoderator erschossen. Ferdie Lintuan hatte gerade seine Morgensendung beendet
und das Studio in Davao verlassen, als er gemeinsam mit zwei Kollegen in seinem Auto überfallen wurde. Dies meldete
die
Luzerner Zeitung Zisch am Heiligen Abend 2007. Wie der
PDI vom 26. 12. berichtete, appellierte der Sohn des erschossenen Journalisten an die
Täter, mit der Ermordung von Journalisten aufzuhören. Es wird vermutet, dass die Todesschwadronen von Davao hinter den Morden stehen. Auch der Bürgermeister von Davao, Rodrigo Duterte, soll in Verbindung mit diesen "Davao Death Sqads" stehen, was
er aber abstreitet.
* * *
Writ of Amparo gegen Ölbohrfirma?
Führer der Allianz der Fischer Pamalakaya prüfen, ob sie den gerichtlichen
Erlass zum Schutz von Opfern, den "writ of amparo" gegen die Japanische
Ölexplorationsfirma Japex geltend machen können, da die Ölbohrungen in der Tañon
Straße die Fischer in ihrer Existenz bedroht. Das berichtet die
Daily Tribune
vom 23. Dezember 2007.
* * *
Regierung verhängt Ausgangssperre wegen des
Putsches
Innenminister Ronaldo Puno hat laut
PDI vom 29.11.2007 wegen des Putschversuches in Makati durch Angehörige
der Magdalogruppe in Metro Manila und angrenzenden Provinzen eine Ausgangssperre
bis Freitagmorgen verhängt. Neben den Putschisten, darunter der Abgeordnete
Trillanes und der frühere Polizeigeneral Lim, wurden laut einer
späteren Meldung von PDI mehr als 50 Journalisten verhaftet, die
über den Putschversuch berichtet hatten. Die Putschisten hatten den Rücktritt
von Präsidentin Arroyo gefordert. Sie wurden auch durch den früheren
Vizepräsidenten Guingona unterstützt.
* * *
EU-Parlamentarier besorgt über politische Morde auf
den Philippinen
Die Daily Tribune
berichtet am 21. November 2007, dass sich EU-Parlamentarier besorgt über
die Menschenrechtssituation auf den Philippinen geäußert hätten, sowie über die
mögliche Verwicklung des Militärs in die politischen Morde. Der deutsche
EU-Abgeordnete Hartmut Nassauer, Leiter der Parlamentarierdelegation zur
Zusammenarbeit mit ASEAN, erklärte, die Verschlechterung der
Menschenrechtssituation sei ein Zeuchen der Schwäche des Staates. Er hoffe, die
Regierung werde alles tun, um das Problem der außergerichtlichen Hinrichtungen
zu lösen. Die EU sei zu jeder Hilfestellung bereit.
* * *
Human
Rights Watch hält Aufklärung der politischen Morde für
ungenügend
Kein einziger Fall sei aufgeklärt worden, seitdem HRW vor
einem Jahr seinen Bericht zu den politischen Morden publiziert
hatte, erklärte Bede Sheppard von Human Rights Watch. Zwar seien
die angekündigten Initiativen der Regierung und der
Rechtsprechung positiv, es mangele aber au Durchsetzung,
berichtet PDI am 5. Oktober
2007.
* * *
Sison wieder
freigelassen
PDI vom 17.
September 2007
berichtet, Ermittler aus den Niederlanden seien die auf den
Philippinen eingetroffen, die nach Beweisen für die Anklage
gegen Sison suchen. Das Gericht in Den Haag hat die Freilassung
Sisons wegen unzureichender Beweise angeordnet. Aber die
Anklage ist noch nicht niedergeschlagen worden.
* * *
Aktionsbündnis
Menschenrechte - Philippinen besorgt über Krieg im Sulu-Archipel
Das Aktionsbündnis
Menschenrechte - Philippinen, ein Zusammenschluss von Brot für die Welt, der
Evangelische Entwicklungsdienst, Missio-München, Misereor,
Philippinenbüro e.V. im Asienhaus und Vereinte Evangelische
Mission hat sich in einer Pressemitteilung
vom 30. August 2007
besorgt über die Lage im Kriegsgebiet Sulu-Archipel geäußert.
Insbesondere sind sie besorgt, dass ihre Partnerorganisationen im
Kriegsgebiet von den Kämpfen betroffen sind.
* * *
Sison in den
Niederlanden verhaftet
Jose Maria Sison, der Führer der Kommunistischen Partei der
Philippinen CPP, wurde in seinem selbstgewählten Asylland wegen
einer Mordanklage verhaftet. Das berichtet der PDI am 28. August
2007. Sison soll
dafür verantwortlich sein, dass die NPA zwei ihrer ehemaligen
Führungspersönlichkeiten, Romulo Kintanar und Arturo Tabara,
2001 ermordet hat. Die NPA hatte die Morde zugegeben und sie als
Hinrichtungen von Verrätern bezeichnet. Der PDI vom 30. August berichtet, die NDF habe gewarnt, die
Verhaftung von Sison könne das endgültige Aus für die
unterbrochenen Friedensgespräche mit der philippinischen
Regierung bedeuten. Parallel dazu hat die NPA härtere Schläge
gegen die Sicherheitskräfte angekündigt.
* * *
Menschenrechtskommission
fordert Aufklärung politischer Morde in der Cordillera
Anwalt Russell Ma-ao, Direktor der Menschenrechtskommission CHR
für die Cordillera, fordert die Regierungsautoritäten und
Sicherheitskräfte der Cordillera nach ihrer definitiven
Stellungnahme zu den politischen Morden in der Region. Ma-ao
machte laut PDI vom 23. August
2007 diesen Aufruf auf
einem Treffen des regionalen Rates für Frieden und Ordnung, bei
dem die Militärkampagne gegen sogenannte Feinde des Staates
diskutiert wurde. Ma-ao wies besonders darauf hin, dass die
beiden Morde an Marcus Bangit und an Alice Claver, die
internationales Aufsehen erregt hatten, bisher nicht aufgeklärt
seien.
* * *
Was sollte die EU gegen die
politischen Morde tun
Carlos Conde schrieb in Davao Today am
30.6.2007 unter dieser
Überschrift eine kritische Betrachtung über die
Pressewahrnehmung zur Mission der EU und ihre Resultate. Im
Vordergrund der Berichte und auch der Präsentation durch den
EU-Botschafter und Leiter der Mission stand nach seinem Eindruck
das Bild, das die Philippinen nach außen hin abgeben, wenig aber
über das Leid der Familien der Opfer. Außerdem lassen die
EU-Empfehlungen nach Conde der Regierung die Möglichkeit, sich
der Verantwortung zu entziehen.
* * *
Kirchengruppe begrüßt Brief
von US-Kongressabgeordneten an Präsidentin Arroyo
Die interkonfessionelle philippinische Gruppe Ecumenical Voice
for Peace and Human Rights begrüßt nach einem Bericht des PDI vom 4. August
2007 den Brief, den
eine Gruppe von Kongressabgeordneten der USA an Präsidentin
Arroyo geschrieben hat. Sie plädierten darin für ein Ende der
politischen Morde. Auch der Sprecher des Nationalen Kirchenrates
der Philippinen, Fr. Rex Reyes, erklärte, die protestantischen
Kirchen und die Gemeinschaften der Filipinos in USA würden nicht
nachlassen in ihren Bemühungen, eine Streichung der
Militärhilfe der USA für die Philippinen zu erreichen.
* * *
Gouverneur
von Davao del Sur will Todesschwadronen Nakasaka wiederbeleben
Gouverneur Douglas Cagas will laut PDI vom 4. August die antikommunistische Vigilantegruppe
Nakasaka wiederbeleben. Sie habe in den 80er Jahren geholfen, die
kommunistische NPA zu bekämpfen und aus Davao zu vertreiben.
(Red: Tatsächlich war die Nakasaka in den 80er Jahren
berüchtigt wegen ihrer schweren Menschenrechtsverletzungen und
wegen vieler außergerichtlicher Hinrichtungen)
* * *
Gesundheitsminister will
Aderlass an Ärzten stoppen
Gesundheitsminister Francisco Duque III will laut PDI vom 2. August
Ärzten verbieten, das
Land zu verlassen, um im Ausland mehr zu verdienen. Er bezifferte
den Aderlass für die Philippinen auf 6000 Ärzte seit 2001. Das
Land leidet an ärztliche Unterversorgung. Befragt auf die
Legalität einer solchen Maßnahme erklärte der Minister, man
müsse sich fragen, wo die individuellen Menschenrechte endeten
und wo das nationale Interesse begänne.
* * *
Javier Solana sieht
Verantwortung zur Aufklärung politischer Morde bei
philippinischer Regierung
Javier Solana, Verantwortlicher für die EU-Außenpolitik,
erklärte laut PDI vom 2. August
2007 anlässlich des
ASEAN-Treffens in Manila, die Verantwortung für die Lösung des
Problems der außergerichtlichen Hinrichtungen trage die
philippinische Regierung. Menschenrechtsorganisationen sprechen
von mehr als 860 Toten durch die politischen Morde. Solana
erklärte, die EU habe nur Experten für technische Hilfe zur
Lösung des Problems auf die Philippinen entsandt.
* * *
NPA droht, Kraftwerk bei Davao
zu sprengen
PDI vom 2. August
2007 berichtet
Meldungen der Polizei, kommunistische Rebellen der NPA hätten
gedroht, das Wasserkraftwerk in Santa Cruz in Davao del Sur zu
sprengen, wenn nicht Schutzgelder bezahlt würden.
* * *
Gemeindebürgermeister in
Valenzuela City erschossen
PDI vom 31. Juli
2007 berichtet, dass
Vicente Trinidad, Bürgermeister des Barangay Punturin in
Valenzuela City in Metro Manila am 30. Juli 2007 von vier
Männern erschossen wurde. Sie behaupteten, der NPA anzugehören.
* * *
Präsident von Anakpawis in
Tacloban City erschossen
Charlie Solayao, 51, Präsident der linken Listenpartei
Anakpawis in Tacloban City, Leyte, wurde laut PDI vom 17. Juli
2007 am 17. Juli um
ein Uhr in Samar erschossen. Das berichtet der Sprecher der
Bauernorganisation KMP.
* * *
Human Rights Watch fordert
Revision des Anti-Terror Gesetzes
Human Rights Watch fordert laut PDI vom 17. Juli
2007 eine Revision des
Anti-Terror Gesetzes, das als Human Security Act seit 15. Juli in
Kraft ist.. Das Gesetz werde eher dazu dienen, linke politische
Gegner zu verfolgen, als - wie behauptet - Militante mit
Verbindung zu al Khaida.
* * *
Kommunisten weisen Esperons
Vorschlag zu Friedensgesprächen zurück
NDF-Vorsitzender Luis Jalandoni erklärte laut PDI vom 17. Juli
2007, Armeechef
Esperon rede mit gespaltener Zunge. Esperon hatte auf dem Gipfel
des Obersten Gerichte zu außergerichtlichen Hinrichtungen die
Aufnahme der Friedensgespräche von einer Vereinbarung zu einer
dreijährigen Waffenruhe abhängig gemacht.
* * *
US Kongress bewilligt den
Philippinen 30 Mio $ zur Terrorismusbekämpfung
Yahoo Asia News
berichtet am 9. Juli, der
Kongress der USA habe der philippinischen Regierung 30 Millionen
US $ zur Bekämpfung des Terrorismus genehmigt. Das Geld sei auch
dafür gedacht, Frieden und Fortschritt nach Mindanao zu bringen.
Präsidentin Arroyos Pressesprecher Ignacio Bunye erklärte, der
Kongress habe zusätzlich zwei Millionen US $ bewilligt, weil die
Philippinen die Empfehlungen des UN Sonderberichterstatters
Alston gegen außergerichtliche Hinrichtungen erfüllt hätten
und weil das philippinische Militär nicht in Gewaltakte gegen
Menschenrechtsverteidiger verstrickt sei.
* * *
Antiterrorgesetz auf den
Philippinen verabschiedet
Schon im Vorfeld der Inkraftsetzung des umstrittenen
Antiterrorgesetzes erklärte Präsidentin Arroyo laut PDI vom 3. Juli
2007 zum 50. Jahrestag
der philippinischen Luftwaffe, das Gesetz gegen den Terrorismus,
der "Human Security Act" werde dazu beitragen, die
terroristische Bewegung im Land zu zerschlagen. Auch werde die
Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Terrorismus gemeinsam mit
den Brudernationen der ASEAN werde erleichtert.
Der amtierende Verteidigungsminister Norberto Gonzales hatte
einen Tag zuvor erklärt, außer den Extremistengruppen Abu
Sayyaf und Rajah Solaiman Movement könnte auch die CPP und die
NPA in die Terroristenliste aufgenommen werden, wenn sie keinen
Waffenstillstand erkläre. Am 11. Juli
berichtete der PDI,
das Justizministerium werde die Gerichte auffordern, die CCP und
die NPA neben der Abu Sayyaf unter der Geltung des
Antiterrorgesetzes RA 9372 als gesetzeswidrige
Terrororganisationen einzustufen. Die katholischen Bischöfe
hatten gewarnt, das Antiterrorgesetz könne missbraucht werden,
Opposition gegen Präsidentin Arroyo zu unterdrücken. Auch viele
Anwälte warnen, das Fehlen klarer Regeln im Gesetz berge die
Gefahr einer extensiven Anwendung des Gesetzes. Am 15. Juli
berichtete der PDI,
linke Organisationen, darunter BAYAN, haben auf der historischen
Mendiola-Brücke gegen das 'Gesetz friedlich demonstriert.
* * *
Aufstandsbekämpfungsprogramm
soll Menschenrechte besser beachten
Das Aufstandsbekämpfungsprogramm der philippinischen Regierung
Oplan Bantay Laya soll revidiert werden, um es angesichts des
Problems der außergerichtlichen Hinrichtungen sensitiver für
die Beachtung der Menschenrechte zu gestalten. Das erklärte laut
PDI vom 29. Juni
2007 Eduardo Ermita,
Staatssekretär der Präsidentin. Ermita stimmte der Empfehlung
des Teams der EU zu, die innerhalb eines Aufenthaltes von 10
Tagen den Versuch unternahmen, der Regierung bei der Lösung des
Problems der politischen Morde behilflich zu sein. Bei
einer Pressekonferenz am 28. Juni hatte EU-Botschafter Alistair
Macdonald gesagt, es bestünde eine große Notwendigkeit, Polizei
und Militär die Menschenrechtsaspekte bei der
Aufstandsbekämpfung nahe zu bringen.
* * *
Drei Generäle der Armee sagen
zur Strategie der politischen Morde aus
Laut PDI vom 24.Juni
2007 haben drei
Generäle der philippinischen Armee gegenüber dem Inquirer ohne
Namensnennung zugegeben, dass in der Armee AFP die Tötung
politischer Aktivisten als Strategie zur Bekämpfung des
kommunistischen Aufstandes offen diskutiert worden ist.
* * *
Menschenrechtsexperten der EU
ab 18. Juni 2007 auf den Philippinen
Zwölf Menschenrechtsexperten der EU werden laut PDI vom 13. Juni
2007 die
philippinische Regierung bei der Aufklärung der politischen
Morde unterstützen. Laut Regierungssprecher Eduardo Ermita
werden sie behilflich sein, die notwendigen Ressourcen zu
ermitteln, mit denen man das Problem der politischen Morde
angehen könnte.
* * *
Europaparlament
beschließt Resolution zu den Philippinen
Das Europaparlament beschloss am 26. April 2007 eine Resolution zu den politischen Morden auf den Philippinen.
Dazu: Resolution
englisch.
* * *
TAZ-Interview mit Satur Ocampo
Am 30. März 2007 führte Anett Keller für die taz ein Interview mit Satur Ocampo, dem Spitzenkandidaten
der linken Listenpartei Bayan Muna, der damals noch wegen
krimineller Beschuldigungen in Haft war. Thema des Interviews
waren die von ihm behaupteten Repressionen gegen die
Linksparteien und die Lage auf den Philippinen vor den Wahlen im
Mai. Mittlerweile ist Ocampo laut Manila Times vom
4. April gegen Kaution
aus der Haft entlassen.
* * *
ALRC: Verrottetes
Strafrechtssystem der Philippinen trägt zu
Menschenrechtsverletzungen bei
Die Asiatische Menschenrechtskommission AHRC gab eine Presseerklärung
am 10. März 2007
heraus, nach der die Schwesterorganisation Asiatisches
Gesetzeszentrum (Asian Legal Ressource Center - ALRC) das
philippinische Strafrechtssystem in einer 192-seitigen Publikation als verrottet bezeichnet, wodurch es zu
den Menschenrechtsverletzungen beiträgt und alle Filipinos/as zu
Opfern macht.
* * *
Presseerklärung des
UN-Sonderberichterstatters für außergerichtliche Hinrichtungen
zum Abschluss seiner Mission
zum Abschluss seiner zehntägigen Mission auf den Philippinen zur
Untersuchung der politischen Morde gab Professor Philip Alston,
UN-Sonderberichterstatter für außergerichtliche Hinrichtungen,
eine Presseerklärung
am 21. Februar 2007
heraus. Insbesondere weist Alston auf die totale Verweigerung der
Armee bei der Aufklärung der signifikant vielen Morde hin,
die ihr bzw. ihren Angehörigen zugeschrieben werden, sowie
darauf, dass für die Behauptungen vor allem von Seiten des
Militärs, es handele sich vor allem um kommunistische
Säuberungen, keinerlei überzeugende Beweise vorgelegt wurden.
Auch der Zusammenhang mit der totalen
Aufstandsbekämpfungspolitik der Regierung wird beleuchtet.
Alston begrüßt Maßnahmen der Regierung zur Klärung, wie die
Einsetzung der Melo-Kommission, obwohl deren Zielrichtung
unbefriedigend sei, schließt aber damit, dass noch ein gewaltige
Aufgabe bevorstehe. Er weist darauf hin, Details seiner
Analyse und seiner Empfehlungen werden in seinem späteren
Abschlussbericht an die UN ausgeführt.
* * *
EU und
UN-Sonderberichterstatter erhalten doch eine Kopie des Melo
Berichtes
Sicherheitsberater Norberto Gonzales erklärte laut PDI vom 17. Feb,
2007, die EU und der
UN-Sonderberichterstatter Alston erhielten nun doch eine Kopie
des Melo-Berichtes, und zwar am Montag. Alston hatte nach einem weiteren Bericht
des PDI nach vielen
Gesprächen mit Angehörigen von Opfern der politischen Morde die
Situation auf den Philippinen tragisch genannt. Am gleichen Tag
verkündete die Menschenrechtsorganisation Karapatan, ein
Studentenführer der linken Studentenvereinigung LFS, Farley
Alcantara II, sei in Camarines Norte ermordet worden. Der Fall
ist ausführlich im Internetmagazin Bulatlat Vol.
VII, No. 3, Feb. 18-24, 2007 dargestellt.
* * *
Philippinische Regierung
verweigert EU und UN Kopie des Melo-Kommission-Berichtes
Wie der PDI vom 15.
Februar 2007
berichtet, verweigert die philippinische Regierung der EU und dem
UN Sonderberichterstatter für außergerichtliche Hinrichtungen
Philipp Alston, der sich zurzeit auf ihre Einladung zur
Untersuchung der politischen Morde auf den Philippinen befindet,
die Herausgabe einer Kopie des Berichtes der Melo-Kommission.
Dieser Bericht war sowohl von der EU als auch vom
Sonderberichterstatter angefordert worden. Der Bericht bringt
auch das philippinische Militär mit den Morden in Verbindung.
Der Regierungssprecher Ermita erklärte, der Bericht sei bisher
nur vorläufig.
* * *
UN Sonderberichterstatter für
indigene Völker in den Philippinen
Prof. Rodolfo Stavenhagen, UN Sonderberichterstatter für indigene
Völker, war in der vorigen Woche Anfang Februar 2007 in den
Philippinen. Er warnte die philippinische Regierung, ihre
Unfähigkeit und ihr mangelnder Willen, die politischen Morde zu
stoppen, unterminiere ihr internationales Ansehen. Die Situation
der Menschenrechte, auch die der indigenen Völker auf den
Philippinen, habe sich seit seinem letzten Besuch 2002
verschlechtert. Er wies auf die zunehmende Enteignung des Landes
und der Ressourcen der indigenen Völker zugunsten
internationaler Konzerne und anderer privater Interessen hin. Wie
die Zeitschrift
Bulatlat, Vol. VII, No. 2, Feb. 11-17, 2007, berichtet, hat die Organisation Indigenous Peoples Human Rights Watch 123 Morde an
indigenen Personen auf den Philippinen seit Amtsantritt von
Präsidentin Arroyo bis zum 11. Januar 2007 dokumentiert, davon
allein 42 indigene Opfer außergerichtlicher Hinrichtungen im
Jahr 2006.
* * *
UN-Sonderberichterstatter für
außergerichtliche Hinrichtungen in den Philippinen
Philip Alston, UN-Sonderberichterstatter für außergerichtliche
Hinrichtungen, traf am 10. Februar 2007 auf Einladung der
philippinischen Regierung in den Philippinen ein. Er wird 10 Tage
in den Philippinen bleiben, um die politischen Morde zu
untersuchen. Wie Bobby Garcia, der Organisator der Reise auf den
Philippinen, laut PDI vom 11.02.07 erklärte, wird Alston mit allen
betroffenen Seiten, auch mit den Familien der Opfer, Kontakt
aufnehmen. Menschenrechtsorganisationen hatten Befürchtungen
geäußert, die Regierung werde die Reise Alstons einseitig
gestalten, um ihn daran zu hindern, das reale Bild der Situation
zu sehen. Der Besuch Alstons war von der internationalen
Gemeinschaft, insbesondere der EU, eingefordert worden. Ruth
Cervantes, Sprecherin von Karapatan, erklärte, die Ankunft
Alstons sei die Antwort auf die dauernden Appelle an die
Regierung, das UN-Team einzuladen. Das Besuch des
Sonderberichterstatters ist nur möglich, wenn die Regierung
formell einlädt.
* * *
Karapatan erklärt Bericht der
Melo-Kommission für oberflächlich
Obwohl der Bericht der Melo-Kommission noch gar nicht
vollständig im Wortlaut vorliegt, erklärt die
Menschenrechtsorganisation Karapatan durch ihre
Generalsekretärin Marie Hilao-Enriquez ihn in einer Presseerklärung vom 30. Januar 2007 als Weißwäsche für die Regierung Arroyo.
Der Bericht, soweit er durch die kurzen Erläuterungen von
Richter Melo bekannt ist, bleibe an der Oberfläche und versuche,
die Verantwortung Einzeltätern zuzuschieben. Die Operation der
Regierung zur rücksichtslosen Aufstandsbekämpfung Oplan
Bantay Laya
als die eigentliche Ursache der
politischen Morde werde nicht benannt.
* * *
Arroyo sucht Europas Hilfe zur
Aufklärung der politischen Morde
Nach der Übergabe des Berichtes der Melo-Kommission verkündete
Präsidentin Arroyo überraschend klare Konsequenzen. Sie
erklärte laut PDI vom 30. Januar
2007, die Gewalt
müsse ein für alle mal gestoppt werden, egal ob von rechts oder
von links. Sie ordnete an, die Melo-Kommission solle ihre Arbeit
fortsetzen und von Zeit zu Zeit Berichte abliefern, das
Verteidigungsministerium und die Armee sollen ein Dokument zur
Befehlskette und -verantwortung erstellen, das
Verteidigungsministerium DND und das Justizministerium DoJ
sollen gemeinsam mir der Kommission für Menschenrechte CHR ein Untersuchungsgremium
bilden, das die Verwicklung des Militärs in die politischen
Morde näher untersucht, Anklagen gegen Schuldige erhebt und sie
vor Gericht bringt. Das Justizministerium soll des
Zeugenschutzprogramm verbreitern und verstärken, so dass alle
Zeugen der Morde geschützt sind. Der Oberste Gerichtshof solle
Sondergerichte zur Behandlung der politischen Morde einrichten
und das Außenministerium solle eine formelle Einladung an die EU
schreiben, Ermittler zu senden, die die Arbeit der Kommission
unterstützen.
Allerdings wurden ihre entschlossenen Worte wieder verwässert,
weil sowohl der Armeechef General Esperon als auch die Task
Force Usig die Fakten wieder herunterspielten und wesentliche
Anteile an den Morden wieder den Kommunisten zuschrieben.
Außerdem berief sich General Esperon wieder auf nur 114
politischen Morde, wie es von der Task Force Usig festgestellt
worden sei. Davon seien nur sechs dem Militär zuzuschreiben.
Soweit das Militär betroffen sei, handele es sich um
Einzeltäter. General Palparans Fall könne nicht vor einem
Militärgericht verhandelt werden, da er im Ruhestand sei. Justizminister
Gonzales, der schon früher Palparan als Berater für
Sicherheitsfragen im Ministerium haben wollte, erklärte,
Palparan sei ein fähiger Offizier, viele Beschuldigungen seien
einfach nur entstanden, weil er so hervorsteche.
* * *
Melo beschuldigt Palparan und
andere Kommandeure
Jose Melo, Vorsitzender der Melo-Kommission zur Aufklärung der
politischen Morde, hält den General im Ruhestand Jovito Palparan
und andere Armeekommandeure für verantwortlich für politische
Morde. Das berichtet PDI am 30. Januar
2007
Bayan Muna Führer
niedergeschossen
PDI vom 31.12.2006 meldet, dass am letzten Tag des Jahres
laut Mitteilung von BAYAN wieder eine Führungsperson der linken
Partei Bayan Muna erschossen wurde. Es handelt sich um Rodolfo
"Pong" Alvarado, der in seinem Haus in Ligao in der
Provinz Albay mit acht Schüssen getötet wurde.
* * *
CPP jagt Verantwortliche für
politische Morde
Die kommunistische Partei der Philippinen hat erneut die Neue
Volksarmee NPA angewiesen, Angehörige von Polizei und Militär,
die als verantwortlich für die politischen Morde an Aktivisten
angesehen werden, zu stellen und vor ein "Volksgericht"
und die "revolutionäre Justiz zu bringen . Gegebenenfalls
sollten sie auch erschossen werden, falls man ihrer nicht habhaft
werden könnte. Das berichtet der PDI am 27.
Dezember 2006. Als
Drahtzieher hinter den politischen Morden sieht die CPP das
Kabinettskomitee für innere Sicherheit an, das sich der Hilfe
von Todesschwadronen bediene. Mit diesem Entschluss ist die von
amnesty international befürchtete Gewaltspirale wieder ein
Stück weitergedreht worden. Die Melo-Kommission, die von
Präsidentin Arroyo zur Aufklärung der politische morde
eingesetzt wurde, hat ihre Arbeit beendet. Bisher sind aber ihre
Befunde und Empfehlungen nicht bekannt.
* * *
Gewerkschaftsführer ermordet
Am 12. Dezember 2006 wurde Jesus Butch Servida,
der Führer einer militanten Gewerkschaft durch einen
Gewehrschützen in Cavite erschossen. Die
Gewerkschaftsorganisation KMU schrieb laut PDI vom 12.
Dezember 2006 diesen
Mord wiederum dem Versäumnis der Regierung zu, die politischen
Morde zu stoppen.
* * *
Kanadische Anwaltsgruppe durch
Militär an Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen gehindert
Eine Filipino-kanadische Anwaltsgruppe, die in der Provinz
Quezon Menschenrechtsverletzungen untersuchen wollte, wurde laut PDI vom 19.11.2006 nach ihren Aussagen durch das Militär
daran gehindert. Die Mitglieder der Gruppe konnten nicht einmal
nach eigenen Angaben mit den Opfern sprechen. Die Gruppe brach
schließlich ihre Mission ab. In diesem Zusammenhang forderte die
Generalsekretärin Marie Hilario Enriquez von Karapatan
die Regierung Arroyo auf, UN Sonderberichterstatter und andere
internationale Beobachter ins Land zu lassen und sie ihre Arbeit
tun zu lassen. Während ihrer Reise nach Genf zur UN habe sie
erfahren, dass die philippinische Regierung auf
entsprechende Anfragen von UN Sonderberichterstattern nicht
geantwortet habe.
* * *
Asiatische
Menschenrechtskommission zur Denunziation von ai durch AFP und
Bunye
Die Asiatische
Menschenrechtskommission AHRC gab am 17.11.2006 eine Presseerklärung heraus, in der sie die Erklärung der
philippinischen Armee AFP, amnesty international sei
"persona non grata" auf den Philippinen, scharf
verurteilte. Jetzt seien auch alle philippinischen
Menschenrechtorganisationen nicht mehr sicher, wenn sich
Vertreter der Sicherheitskräfte derartig massiv gegen eine
international renommierte Organisation wie amnesty international
wendeten.
* * *
amnesty international
"persona non grata" auf den Philippinen
Nachdem die internationale Handelskammer in Manila die
philippinische Regierung aufgefordert hatte, für ein Ende der
politischen Morde zu sorgen, weil sonst ausländische
Investitionen ausbleiben könnten, reagierten laut Daily Tribune vom
15.11.2006 Militär,
Polizei und Regierungssprecher empfindlich. Die Polizei PNP
erklärte die JFC solle sich wegen der politischen Morde an die
Kommunisten und die Linken wenden. Im übrigen habe die
Sondergruppe Task Force Usig die Morde an Journalisten geklärt.
(Red: davon ist allerdings amnesty international nichts
bekannt). Die Armee AFP erklärte die internationale
Menschenrechtsorganisation amnesty international zur
"persona non grata", weil sie die Sicherkeitskräfte
der Regierung angeklagt habe, hinter den außergerichtlichen
Hinrichtungen zu stehen. Noch vor kurzem hatte Präsidentin
Arroyo amnesty international eingeladen, um bei der Aufklärung
der politischen morde zu helfen. Regierungssprecher Bunye sprach
von einer heimtückischen Propagandakampagne, die das Vertrauen
in die Regierung untergraben solle. Der stellvertretende
Polizeichef Avelino Razon erklärte, es habe nur 136 Morde an
linken Aktivisten seit 2001 gegeben und 62 davon seien
aufgeklärt (Red: davon ist amnesty international auch nichts
bekannt).
* * *
Präsidentin Arroyo gibt der
Melo-Kommission Nachhilfe
Präsidentin Arroyo erklärte laut PDI vom 11. November 2006 vor Medienvertretern, die schrecklichen politischen
Morde seien unerträglich. es sei kein Platz für Vigilanten, die
das Gesetz brächen. Die Regierung tue alles, um die politischen
Morde zu stoppen. Die Melo-Kommission solle jetzt die Familien
der Opfer befragen, statt auf die Hilfe linker Organisationen zu
warten. Die von der Präsidentin eingesetzte Melo-Kommission hat
sich selbst die Aufgabe gestellt, bis Ende 2006 die politischen
Morde aufzuklären.
* * *
Menschenrechtsverteidiger in
Ost Samar ermordet
Bulatlat, Vol.
VI, No. 39, Nov. 6, 2006 berichtet, dass der Menschenrechtsverteidiger und
Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation Karapatan von
Ostsamar, Rodrigo Catayong, PhD, am 6.
November in McArthur in der Provinz Ostsamar auf dem weg zur
Kirche ermordet wurde. Er soll auf der Liquidationsliste einer
antikommunistischen Vigilantegruppe Samar-Leyte Anti-Communist
Movement (SLACM) gestanden haben.
* * *
Zivile Milizen sollen im
Antiterrorkampf eingesetzt werden
Innenminister Ronaldo Puno erklärte laut PDI vom 14.
Oktober 2006, die
Regierung wolle die zivilen freiwilligen Gruppen CVO bewaffnen
und ihnen eine wichtige Funktion im Kampf gegen den Terror
zuweisen. (Anmerkung: Das Rezept ist nicht neu. Frühere Milizen
dieser Art wie CHDF und später CAFGU waren schon unter
Präsidentin Aquino bekannt für ihre schweren
Menschenrechtsverletzungen)
* * *
Gewerkschaftsführer in Quezon
City erschossen
Rodolfo Paglinawan, Führer einer Gewerkschaft im
Nahrungsmittelbereich in Marikina, wurde laut einer Meldung des PDI vom 25. August
2006 in Quezon City
erschossen. Der Täter wurde gefasst und gab an, einer
kommunistischen Todesschwadron der Partido Marxista-Leninista ng
Pilipinas (PMLP) anzugehören.
* * *
Pimentel: Arroyo fürchtet
Verurteilung als Kriegsverbrecherin
Aquilino Pimentel Jr., Minderheitsführer im Senat, erklärte
laut PDI vom 23. August
2006, Präsidentin
Arroyo weigere sich deshalb, das Rom Statut für den
Internationalen Strafgerichtshof dem Kongress zur Ratifikation
vorzulegen, weil sie befürchte, wegen der andauernden
politischen Morde als Kriegsverbrecherin zur Rechenschaft gezogen
zu werden.
* * *
>Palparan gibt zu, dass
Soldaten hinter den Morden stecken könnten
General Palparan, Kommandeur der 7. Infanteriedivision gab laut Daily Tribune vom
22. August 2006 zu,
dass Soldaten hinter den Morden an linken Aktivisten stecken
könnten, aber sie hätten keine Befehle dazu erhalten.
Allerdings habe er die Leute ermutigt, den Aufstand zu bekämpfen
und das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen. Deshalb sei er
indirekt verantwortlich zu machen.
* * *
Präsidentin Arroyo beruft
Untersuchungskommission für politische Morde
Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo will laut PDI vom 21. August
2006 einer
Untersuchungskommision zur Untersuchung der politischen Morde
weite Vollmachten geben. Den Vorsitz soll der frühere Oberste
Richter Jose Melo führen. Weitere Mitglieder sollen Nestor
Mantaring, Direktor des National Bureau of Investigation, der
Obeerste Staatsanwalt Jovencito Zuno, der Bischof von Batanes
Camilo Gregorio, Nelia Gonzales, Vorstand der University of the
Philippines, und Regelio Vinluan als Justiziar sein. Sie sollen
die Spirale der Gewalt durchbrechen und die Mörder hinter Gitter
bringen, erklärte die Präsidentin. Die NDF lehnt laut PDI vom 22. August
2006 die Kommission
ab, da kein Mitglied als Menschenrechtsanwalt oder -verteidiger
bekannt sei. Weiterhin seien alle Benannten außer Bischof
Gregorio Parteigänger Arroyos. Bischof Gregorio lehnte später
auf Druck der katholischen Bischofskonferenz die Berufung ab, da
sie nicht mit seinen Pflichten als Bischof vereinbar sei.
* * *
Präsidentin Arroyo gibt PNP 10
Wochen zur Aufklärung von 10 Morden
Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo gibt dem Justizministerium
DoJ und der Polizei PNP 10 Wochen Zeit, um mindestens 10 Morde an
Medienangehörigen und an Linken aufzuklären. Ich verdamme diese
Morde aufs Äußerste, erklärte sie nach dem Bericht von PDI vom
1. August.
* * *
Bischof zerschlägt
Arroyos rosa Bild von der Wirtschaft
PDI vom 31. Juli
berichtet, dass
Bischof Antonio Tobias das rosarote Bild, das Präsidentin Arroyo
von der Wirtschaft der Philippinen in ihrer SONA gezeichnet habe,
zerstört habe. Die sogenannte wirtschaftliche Entwicklung sei
vor allem dem Konsum von Alkohol und Zigaretten, der Spielsucht,
dem Ausverkauf von Bodenschätzen und anderen unproductiven
Entwicklungen zuzuschreiben. Der Filippino ist hungrig, weil er
arm ist, er ist arm, weil er nicht genug für seinen
Lebensunterhalt verdient. Die Armutsgrenze sei bei 53 Pesos pro
Person und Tag anzusetzen, anstatt, wie von der Regierung
behauptet, bei 36 Pesos.
* * *
NDF in Mindanao besteht auf
Gebrauch von Landminen
Die Nationale Demokratische Front in Mindanao erklärte, dass die
NPA trotz der Landminenexplosion am vergangenen Montag in Surigao
del Sur, die viele Zivilisten verwundete, weiterhin Landminen
gegen die Armee einsetzen werde. Laut PDI vom 30. Juli
2006 erklärte Jorge
Madlos, Sprecher der NDF, das sei ihr gutes Recht nach dem Gesetz
des Krieges.
* * *
Regierungserklärung 2006 von
Gloria Macapagal-Arroyo
Am 24. Juli 2006 gab Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo ihre
Regierungserklärung zum Zustand der Nation 2006 (SONA 2006) vor dem Parlament ab. Eine kritische
Würdigung gab der PDI am 25. Juli
2006. Die Asiatische
Menschenrechtskommission AHRC aus Hongkong kritisierte laut PDI vom 25. Juli
2006, dass keinerlei
konkrete Maßnahmen zur Beendigung der außergerichtlichen
Hinrichtungen in der SONA enthalten sind. Hier finden Sie den
Wortlaut der Erklärung der
AHRC.
* * *
Wieder Blutzoll für die Linke
Die Ermordung und Verhaftung politischer Aktivisten der Linken
geht in Zentralluzon weiter. Gerade einen Tag nach der Ermordung
des Unterstützers der Listenpartei Anakpawis Arnel Guevarra
wurde nach einem Bericht der PDI
vom 23. Juli 2006 ein
Arbeiterführer illegal verhaftet und vier Aktivisten wurden
abgeführt.
* * *
Erzbischof Aniceto:
Menschenleben wohlfeil unter Arroyo
Erzbischof Paciano Aniceto von Pampanga stellte laut einem Bericht des PDI
vom 22. Juli 2006 bei
der Gründungsversammlung einer Koalition von
Menschenrechtsverteidigern (Defend-CL) den bestürzenden
Wertverlust der Menschenrechte fest. Aniceto wurde von
Präsidentin Arroyo als ihr Berater für Familien- und
Bevölkerungspolitik angesehen. Die Würde des Menschen müsse
wieder im Mittelpunkt aller sozialen Bemühungen stehen,
erklärte er. Die Mitbegründer der Koalition sind die
Organisationen Citizens Council for Human Rights (CCHR), Task
Force Detainees of the Philippines (TFDP) and Kilusan para sa
Pambansang Demokrasya (KPD). Max de Mesa als Sprecher des CCHR
wies auf die Kultur der Straflosigkeit in den Philippinen bei
Menschenrechtsverletzungen hin. Berichte der TFDP haben 55
außergerichtliche Hinrichtungen und 54 Fälle von
Verschwindenlassen unter der Regierung von Arroyo dokumentiert.
* * *
"Es gab keine
Verschwörung"
Der unter Arrest stehende Colonel Ariel Querubin der Marine
erklärte laut PDI vom 19. Juli
2006 , es habe keine
Verschwörung zum Staatsstreich gegeben. Querubin war der
Teilnahme an einem geplanten Staatsstreich beschuldigt worden.
Querubin war mit einer Tapferkeitsmedaille für seine Tapferkeit
im Mindanaokonflikt 2001 ausgezeichnet worden.
* * *
Antrag auf Amtsenthebung der
Präsidentin im Parlament eingebracht
Im Juni 2006 wurde im Repräsentantenhaus von mehr als 200
Einzelpersonen und Gruppen ein Antrag auf Amtsenthebung
(impeachment) von Präsidentin Macapagal-Arroyo eingebracht. Der
vollständige Wortlaut ist im PDI im Juni abgedruckt.
* * *
Menschenrechtsbeauftragter der
UN kommt in die Philippinen
Senatorin Jamby Madrigal sagte laut Manilatimes vom 6.
Juli 2006, Ambeyi
Ligabo, Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit
der UN Kommission für Menschenrechte, habe ihr das Versprechen
gegeben, auf die Philippinen zu kommen. Er wolle die Eskalation
der Menschenrechtsverletzungen durch die Sicherheitskräfte
untersuchen.
* * *
NDF warnt alle
Mitglieder von Todesschwadronen
Die NDF in Nord-Zentral Mindanao warnte am 4. Juli laut einer
Meldung des PDI
vom gleichen Tage alle
Todesschwadronen in Mindanao, die Ermordung politischer
Aktivisten und Journalisten zu stoppen. Sie würden sonst selbst
gejagt und hingerichtet. Einen Tag zuvor waren bereits zwei
mutmaßliche Mitglieder von Todesschwadronen in Agusan del Sur
niedergeschossen worden. Ein NDF-Sprecher erklärte, sie seien
zum Tode verurteilt worden, weil sie ein NPA-Mitglied und einen
Mitarbeiter der Religionsgemeinschaft des Guten Hirten (RGS)
getötet hätten.
* * *
Präsidentin
Gloria Macapagal-Arroyo will das Antiterror-Gesetz
Auf der Jahrestagung der Asien-Pazifik-Gruppe bezeichnete die
Präsidentin die Verabschiedung des Antiterror-Gesetzes als
dringlich. Nicht nur die Bekämpfung der Terroristen sei
dringlich, sondern auch die ihrer Finanziers. Das berichtet der PDI am 3. Juni
2006.
* * *
Neue Pläne zur
Terrorismusbekämpfung RP gemeinsam mit USA
PDI vom 26.06.2006 berichtet, General Generoso Senga,
Stabschef der philippinischen Armee AFP, habe berichtet, zwischen
den Philippinen und den USA seien neue Pläne zu
Antiterrorismus-Übungen und humanitären Projekten besprochen
worden.
* * *
Präsidentin Arroyo
unterzeichnet das Gesetz gegen die Todesstrafe
Pünktlich vor Ihrer Reise nach Europa mit einer Audienz bei
Papst Benedikt XVI unterzeichnete Präsidentin Macapagal-Arroyo
am 24. Juni 2006 das vom Kongress verabschiedete Gesetz (RA 9643)
zur Abschaffung der Todesstrafe. Das meldet der PDI vom 25. Juni. Sie kündigte aber einen unerbittlichen
Kampf gegen Terroristen und Kriminelle an.
* * *
Politische Morde 20 Jahre nach
Marcos
Die Philippinen erleben zur Zeit eine schlimme Welle von
politischen Morden unter politischen Aktivisten, kritischen
Journalisten und anderen unbequemen Mitbürgern. Dazu hat Philipp
Bück vom Philippinenbüro einen sehr informativen
zusammenfassenden Artikel in Südostasien (2/06) geschrieben.
Menschenrechtsverteidiger in
Negros Oriental ermordet
Eladio Dasi-an, Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation
Karapatan, wurde laut einem Bericht des PDI vom 21. Juni
2006 von
Gewehrschützen auf einem Motorrad in der Stadt Guihulngan in der
Provinz Negros Oriental erschossen. Nach einer Angabe der Zeitung
handelt es sich um das 232 Opfer eines Mordes in Vigilantenmanier
seit Amtsantritt von Präsidentin Arroyo. Nach Angaben von
Karapatan soll Dasi-an einige Tage zuvor Todesdrohungen,
angeblich von einem Angehörigen des militärischen
Geheimdienstes, erhalten haben.
* * *
Mord an zwei Journalisten in
Kidapawan City
SunStar berichtet
am 20. Juni 2006, dass
George Vigo und seine Frau Mazel Alave in Kidapawan City, in der
Provinz Nord Cotabato in Mindanao, von nicht identifizierten
Gewehrschützen erschossen wurden. George Vigo schrieb als
Journalist für die Union Katholischer Asien Nachrichten UCAN,
seine Frau war an einem Programm der katholischen Radiostation
dxND beteiligt.
* * *
Pressemitteilung der
philippinischen evangelischen Kirche UCCP zu außergerichtlichen
Hinrichtungen von Mitarbeitern
Anlässlich der Ermordung von
vieren ihrer Mitarbeiter, nämlich Rev. Jemias Tinambacan,
Pastor von UCCP Calaran, Calamba, Misamis Occidental, Mr. Jose
Doton, Mitglied von UCCP San Nicolas, Pangasinan, Pastor
Andy Pawikan, Licenciate Pastor der UCCP Pantabangan, Nueva
Ecija und Mr. Noel (Noli) Capulong, Mitglied von UCCP
Calamba, Laguna und gleichzeitig Deputy Secretary General der
Listenpartei Bayan Muna TK innerhalb von drei Wochen im Mai 2006
gab die UCCP eine Presseerklärung mit einer Beschreibung der extralegalen
Hinrichtungen und einer offiziellen Stellungnahme dazu heraus.
* * *
Philippinischer Kongress
beschließt Abschaffung der Todesstrafe
Der Kongress der Philippinen hat das Todesstrafengesetz Republic
Act 7659 aufgehoben und damit, vorbehaltlich der Unterzeichnung
durch Präsidentin Arroyo, die Todesstrafe auf den Philippinen
abgeschafft. Gleichzeitig wurde das Gesetz RA 8177 aufgehoben,
das die Todesspritze als Methode der Vollstreckung festlegte. Das
meldet der Philippine Daily
Inquirer am 6. Juni 2006.
Präsidentin Arroyo hatte bereits im Frühjahr den Kongress zu
einer Abschaffung der Todesstrafe aufgefordert und in einer
Osterbotschaft die Umwandlung aller Todesurteile in lebenslange
Haft verkündet. Die Höchststrafe auf den Philippinen ist nun
lebenslange Haft ohne Bewährung(life imprisonment without
parole).
* * *
Präsidentin Macapagal Arroyo
wandelt alle Todesurteile in Gefängnisstrafen um
Der PDI vom 16. April
2006 berichtet,
Präsidentin Macapagal-Arroyo habe in einer Osterbotschaft
angekündigt, sie habe alle Todesurteile in maximal lebenslange
Gefängnisstrafen umgewandelt. Dies habe sie zum Anlass der Feier
zur Auferstehung von Jesus getan. Sie erklärte, jeder, der
gefehlt habe, müsse eine Chance erhalten, sein Unrecht wieder
gut zu machen. Diese Umwandlung betrifft mehr als 1000
Todeskandidaten. Die katholische Kirche der Philippinen übt seit
Jahren einen erheblichen Druck zur Abschaffung der Todesstrafe
aus.
* * *
Arroyo Präsidentin von Gottes
Gnaden
PDI vom 8.März berichtet, Präsidentin Arroyo habe
erklärt, es sei Gottes Plan, dass sie Präsidentin der
Philippinen sei. Sie verteidigte damit auch die Verhängung des
Ausnahmezustandes und erklärte, sie werde ihr Bestes für das
Land tun.
* * *
Menschenrechtsorganisation TFDP
erklärt Arroyo zur Gefahr für die Demokratie
In der ersten Erklärung einer Folge von öffentlichen
Verlautbarungen nach Verhängung des Ausnahmezustandes am 26.
Februar 2006 ruft Executive Director Sr. Cres Lucero von
der Menschenrechtsorganisation Task Force Detainees of the
Philippines (TFDP) zu einer Beendigung der Straffreiheit für
Menschenrechtsverletzungen auf, in einer zweiten Erklärung stellt sie das Weiterbestehen des
faktischen Ausnahmezustandes und der Repression trotz der
formalen Aufhebung des Ausnahmezustandes fest, in einer dritten Erklärung bezeichnet sie Präsidentin Arroyo
als größte Gefahr für die Demokratie.
* * *
Präsidentin Arroyo ruft Ausnahmezustand aus
Am Freitag, den 24. Februar 2006 rief Präsidentin Gloria
Macapagal-Arroyo den Ausnahmezustand gemäß Proklamation 1017
aus, nach Meinung vieler Juristen und vieler
Nichtregierungsorganisationen verfassungswidrig . Eine Reihe von
Offizieren der philippinischen Armee wurden verhaftet, sowie
weitere Personen, darunter ein Journalist des PDI. Angeblich
sollen die Offiziere einen Putsch geplant haben. Arroyo wies die
Armee an, die behauptete taktische Allianz zwischen rechten und
kommunistischen zur Errichtung einer nicht verfassungsgemäßen
Regierung zu stoppen. Weitere Details berichtet der PDI am 24.02.2006 mit
Nennung der mutmaßlichen Drahtzieher. Am 3. März hob
Präsidentin Arroyo den Ausnahmezustand in einer Fernsehansprache formal auf.
Die repressiven Maßnahmen aber blieben weitgehend bestehen, vor
allem die Einschüchterungsstrategie gegenüber den Medien.
* * *
Unicef warnt vor
Kinderhandel in der Todesregion von Leyte
Unicef warnte am Donnerstag,
den 23. Februar 2006, vor Menschenhändlern, die versuchen, die
87 überlebenden Kinder des verschütteten Ortes Guinsaugon auf
Leyte, unter ihnen viele Waisen, zu kaufen und zu illegalen
Adoptionen zu vermitteln. Unicefrepräsentant Nicholas Alipui
erklärte nach einem Bericht des
PDI vom 23. Februar, die Organisation habe erfahren, dass sich
Außenstehende mutmaßlich um Adoptionen von Kindern aus diesem
Gebiet erkundigten. Leyte als eine der ärmsten Regionen, sei
sowieso das Zentrum des Kinderhandels auf den Philippinen. Eine
Nichtregierungsorganisation habe allein 25 Fälle von
Kinderhandel im Februar in dieser Region dokumentiert.
* * *
Auf Cebu Schulen wegen
Erdrutschgefahr geschlossen
Auch auf der Insel Cebu wurden wegen Erdrutschgefahr mehrere
Schulen geschlossen. Als erst Schule schließt laut SunStar vom
23. Februar 2006
die Schule in der Gemeinde Sirao auf Veranlassung des
Erziehungsministeriums.
* * *
Präsidentin Arroyo
unterstützt Gesetz zur Abschaffung der Todesstrafe
PDI vom 21.
Februar 2006
berichtet, Präsidentin Arroyo habe erklärt, sie unterstütze
Bestrebungen im Kongress, die Todesstrafe abzuschaffen. Ihren
Wunsch zur Abschaffung der Todesstrafe äußerte sie auch vor
ausländischen Korrespondenten. Sie gab als Motiv ihre
Überzeugung als gläubige Katholikin an, verneinte aber die
Frage, ob sie dem Druck der philippinischen katholischen Kirche
nachgebe.
* * *
Repräsentantenhaus
verabschiedet Schutzgesetz für Jugendliche
Das philippinische Repräsentantenhaus verabschiedete am
Dienstag, den 21. Februar 2006, ein Gesetz zum Schutz
jugendlicher Straftäter. Wie Simeon Datumanong, Vorsitzender des
Rechtsausschusses des Parlaments, nach einem Bericht des
PDI vom 21. Februar erklärte, stelle das Gesetz jugendliche
Straftäter bis zum Alter von 15 Jahren straffrei. Das Gesetz
muss allerdings noch endgültig vom Senat bestätigt werden.
* * *
200 Tote bei Erdrutsch in
Leyte
Das Rote Kreuz schätzt nach einem Bericht des
PDI vom 17. Februar 2006 die Zahl der Toten auf 200, die Zahl der Vermissten
auf 1500 bei dem Erdrutsch nach schweren Regenfällen im Dorf Guinsaugon
im Südosten der Insel Leyte. Auch
eine Schule mit 250 Schülern und Lehrern versank im Schlamm. Das
Internationale Rote Kreuz stellte als erste Hilfe 200.000 Sfr zur
Verfügung. Experten der Regierung halten die Abholzung der
Wälder an den Berghängen für die Hauptursache des Erdrutsches.
* * *
Wieder zwei Bayan Muna
Mitglieder erschossen
PDI vom 30.
Januar 2006
berichtet, dass wieder zwei Aktivisten der linken Partei Bayan
Muna erschossen wurden, und zwar in Ost-Samar und in der Bicol
Region.Der Abgeordnete von Bayan Muna, Satur Ocampo, äußerte
die Vermutung, bei den Tätern habe es sich um
Sicherheitskräften der Regierung gehandelt. Die Opfer sind der
25-jährige Antonio Alse Jr. in Ost Samar, der von nicht
identifizierten Motorradfahrern erschossen wurde, und Maximo
Frivaldo, ein Ratsherr der Stadt Irisin, der in der Provinz
Sorsogon erschossen wurde. Ocampo forderte Präsidentin Arroyo zu
einer Jagd auf die Täter auf, die mutmaßlich den
Sicherheitskräften der Regierung angehörten.
* * *
Katholische
Bischofskonferenz der Philippinen fordert Widerruf des
Bergbaugesetzes
Die einflussreiche Katholische Bischofskoferenz CBCP fordertelaut
PDI vom 29.
Januar 2006
Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo auf, das Gesetz von 1995 -
den Mining Act -, der ausländischen Bergbaufirmen das Recht zum
Bergbau in den Philippinen gibt, zu widerrufen. Die Konferenz gab
Umwelt- und soziale Gründe an. Der Oberste Gerichtshof hatte
2004 den Mining Act für verfassungsgemäß erklärt. Das Internetmagazin Bulatlat berichtet
in Vol. V, No. 49, January 22-28, 2006 in einem Beitrag von Tyrone
Velez, dass auch die Repräsentanten von zehn indigenen Völkern
der Lumads in Mindanao sich in einer Konferenz gegen einen
großflächigen Bergbau im Land ihrer Vorfahren ausgesprochen
haben.
* * *
Militärs gegen Beendigung
der Balikatan-Übungen
Offiziere der Armee im Süden der Philippinen sprachen sich gegen
eine Einstellung der gemeinsam mit der US-Armee durchgeführten
Balikatan (Schulter an Schulter) Übungen in Mindanao aus. Diese
wird zur Zeit von einer Reihe von Abgeordneten gefordert. Das
würde eine Schwächung der philippinischen Truppen beim Kampf
gegen den Terrorismus bedeuten, erklärten Militärsprecher laut SunStar vom
23. Januar 2006.
* * *
Philippinen 2005
zweitgefährlichstes Land für Journalisten
Die Philippinen waren 2005 nach einem Bericht der Internationalen
Föderation der Journalisten IFJ nach dem Irak der gefährlichste
Platz für Journalisten. Zehn von insgesamt 36 getöteten
Journalisten in der Asiatisch-Pazifischen Region entfallen auf
die Philippinen, berichtet PDI vom 23.
Januar 2006.
* * *
Erzbischof Vidal von Cebu
fordert Ende der Vigilantenmorde
Laut SunStar vom
16. Januar
forderte Erzbischof Ricardo Kardinal Vidal bei der Feier zum 440.
Jahrestag des Festes Señor Sto. Niño ein Ende der
Vigilantenmorde an Kriminellen in Cebu. Als Bürgermeister Tomas
Osmeña mit Vidals Rede konfrontiert wurde, gab er zu, er könne
die Morde angeregt haben, allerdings unabsichtlich.
Das Thema der summarischen Tötungen wurde laut SunStar vom
31. Januar erneut
von den Bischöfen in Cebu anlässlich der Tötung zweier Brüder
in einem Stadtteil von Cebu City aufgenommen.
* * *
Medizintourismus auf die
Philippinen soll gefördert werden
Gesundheitsminister Francisco Duque III erklärte laut PDI vom 11.
Januar 2006, die
Philippinen erwarteten einen Boom an Medizintouristen. Die
medizinische Fürsorge und die Fähigkeiten von Ärzten und
Kliniken seien an der Spitze in Asien. Das stelle ein großes
Marktpotential dar und komme auch den Armen zugute, da durch
diese Einnahmen das Gesundheitssystem für die armen Schichten
der Bevölkerung verbessert werden könne.
Redaktionelle Bemerkung: Und dann gleich zum Vergleich der
nächste Artikel!!
* * *
Marodes
öffentliches Gesundheitssystem
Karl G. Ombion & Ranie Azue berichten im Internetmagazin Bulatlat Vol. V, No.
39 vom 6. November 2005 über den katastrophalen Zustand
des öffentlichen Gesundheitssystems der Philippinen. Wesentliche
Punkte der ausführlichen Analyse: Die Regierung, die nur 30
Centavos pro Tag für die Gesundheitsvorsorge jeder/s Filipina/o
ausgebe, suche ihr Heil in einer Privatisierung,was zu höheren
Tarifen führen werde. Sieben von zehn Filipinas/os sterben, ohne
jemals einen Arzt gesehen zu haben. 75 Prozent der Bevölkerung
leben in ländlichen Gebieten, wo9 es keinen Zugang zu
Gesundheitsdiensten gibt.
* * *
2005 ein mörderisches
Jahr für philippinische Journalisten
2005 war eines der schlimmsten Jahre für Journalisten
auf den Philippinen, erklärte laut Internetmagazin Bulatlat Vol. V, No. 46, Januar
1-7, 2006 Carlos
Conde von der Nationalen Journalistenunion der Philippinen NUJP.
13 Journalisten wurden ermordet und viele weitere bedroht.
Frühere Fälle wurden nicht aufgeklärt.
* * *
Senat verabschiedet Gesetz zu
Jugendstraftätern
Am 6. Dezember 2005 verabschiedete der philipinische Senat ein Gesetz,
das vorsieht, dass jugendliche Straftäter nicht ins Gefängnis kommen. Das Alter,
in dem Jugendliche strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können, wird
laut
PDI vom 7. Dezember
von 9 auf 15 Jahre heraufgesetzt. Die Jugendlichen sollen nicht ins Gefängnis
kommen sondern in Erziehungsanstalten. Außerdem wird ein Büro eingerichtet, das
den Vollzug des Gesetzes überwacht.
* * *
Kommunisten beschuldigen EU
Nach einer Meldung des
PDI vom 5. Dezember
werfen die kommunistischen Organisationen Nationale Demokratische Front NDF, die
kommunistische Partei der Philippinen CPP und die Neue Volksarmee NPA der EU
vor, die Friedensverhandlungen zwischen kommunistischen Aufständischen und
philippinischer Regierung zu behindern, weil sie NDF, CPP und NPA im Gefolge der
USA als internationale Terroristenorganisationen gebrandmarkt hätte. Die NDF
erklärte, die Guerilla habe nie außerhalb der philippinischen Grenzen agiert.
* * *
Friedensverhandlung mit MILF entscheidend
für Kampf gegen Terrorismus
PDI vom 22. November 2005
berichtet, Henry Crumpton, US-Koordinator der Terrorismusbekämpfung, habe
erklärt, die Friedensverhandlung zwischen MILF und philippinischer Regierung sei
ein Schlüsselthema für den Kampf Südostasiens gegen den Terrorismus. Es sei
immer noch nicht sicher, ob die Regierungen wirklich in Südostasien die Stärke
der Terroristen in der Region eindämmen könnten.
* * *
Extralegale Hinrichtung? Polizist
erschießt Verbrecher
Ein Beamter des Criminal Investigation and
Intelligence Bureau (CIIB) erschoß laut
SunStar vom 22. November 2005
Sonntagnacht in Cebu City einen Mann, der des Raubes und Drogenhandels
verdächtigt wurde. Der Vorgesetzte des Beamten sagte, es habe sich um eine
legitime Operation gehandelt, da der verdächtigte Dave Esbra bewaffnet und der
Beamte in Gefahr gewesen sei. Die Verwandten von Dave Esbra allerdings
behaupten, es habe sich um eine summarische Hinrichtung gehandelt. Esbra sei
bereits mit Handschellen gefesselt gewesen, als er mit 13 Schüssen erschossen
wurde.
* * *
Summarische Tötungen Thema auf Konferenz
über Internationalen Strafgerichtshof in Quezon City
Summarische Tötungen durch Vigilanten gelten nicht als Verbrechen gegen die
Menschlichkeit oder als Völkermord. Sie fallen daher nicht unter die
Gerichtsbarkeit des Internationalen Strafgerichtshofes ICC. Aber sie sind
Verbrechen nach philippinischem Gesetz und verletzen die Menschenrechte. Das ist
ein Resumee internationaler Rechtsexperten auf der Ersten Südostasiatischen
Konferenz von Journalisten über den Internationalen Strafgerichtshof am 17. und
18. November 2005 in Quezon City. Die Behörden sind gesetzlich und moralisch
verpflichtet,. extralegale Morde zu stoppen. Das berichtet der
SunStar in seiner Ausgabe vom 21. November.
Die Konferenz wurde unter anderem von der Deutschen Botschaft in Manila
unterstützt. Der Vertrag von Rom über die Einrichtung der ICC ist bisher von 139
Staaten unterzeichnet und von 100 ratifiziert worden. Die Philippinen haben auf
Druck der USA bisher nicht unterzeichnet.
* * *
Wieder ein Journalist erschossen
PDI vom 21. November 2005
meldete, Robert Ramos, Reporter der Zeitung Katapat, sei am 21. November morgens
in Cabuyo, 50 Kilometer südlich von Manila, von zwei bewaffneten Motorradfahrern
erschossen worden. Ramos ist der neunte getötete Journalist in diesem Jahr und
der 35. seit Amtsantritt von Präsidentin Arroyo.
* * *
NPA benutzt Landminen
Die philippinische Armee verdammte am Sonntag, den 20. November 2005 den
Gebrauch von Landminen durch die Neue Volksarmee NPA. Das berichtet der
PDI vom 20. November 2005.
Landminen der NPA hatten in der Nacht vom 20. auf den 21. November bei einem
Überfall der NPA in Iloilo neun Soldaten getötet und 20 verwundet. Major Lyndon
Sollesta, Sprecher der 3. Infanteriedivision der Armee erklärte, der Gebrauch
von Landminen sei nach den Gesetzen der UN verboten. Der Sprecher der NPA,
Gregorio Rosal, wies laut
PDI vom 21. November
den Vorwurf zurück. Die Minen seien gezielt ausgelöst worden, als ein legitimes
militärisches Ziel auftauchte. Dieser Typ von Minen sei laut Genfer Konvention
nicht verboten.
* * *
Bayan Muna Führer in Sorsogon erschossen
Ricardo Uy, lokaler Führer der linken Listenpartei Bayan Muna in Sorsogon City
in Südluzon wurde nach einer Meldung des
PDI vom 18. November 2005
erschossen. Der Täter, der eine Sonnenbrille und eine Baseballkappe trug, entkam
auf einem Motorrad, das von einer zweiten Person gesteuert wurde. Uy ist laut
Bayan Generalsekretär Renato Reyes Jr. die 21. Führungsperson einer militanten
Organisation, der in diesem Jahr erschossen wurde.
* * *
MILF bestreitet Rekrutierung von Kindern
Die Islamische Befreiungsfront der Moros erklärte durch ihren Sprecher Muhammad
Ameen, die MILF rekrutiere nie Kinder als Kämpfer. Nach einem
Bericht der PDI vom 18. November 2005
gab der Leiter des Sekretariats des MILF Zentralkomitees diese Erklärung ab,
nachdem zuvor die Internationale Arbeitsorganisation ILO der UN in einem Bericht
behauptet hatte, Rebellengruppen in Zentralmindanao rekrutiere Minderjährige.
Auch Rohayda Pahm-Gampon, ein Beamter des Arbeitsministeriums DOLE in
Zentralmindanao und Projektkoordinator eines Programms für Kinder, die durch den
bewaffneten Konflikt geschädigt sind, hatte zuvor einen alarmierenden Anstieg
der Verwicklung von Kindern in den bewaffneten Konflikt festgestellt.
* * *
Kampf gegen Terrorismus ist Hauptthema
von Präsidentin Arroyo für APEC
Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo erklärte am 17. November 2005 ihren Fahrplan
für den APEC-Gipfel in Korea mit den Prioritäten des Kampfes gegen den
Terrorismus, der Armutsbekämpfung und der Entwicklung der Vogelgrippe. Zum Kampf
gegen den Terrorismus erklärte sie, die Philippinen als Führer der APEC Task
Force gegen den Terrorismus würden den Kampf fortsetzen, indem sie
Geheimdienstinformationen mit ihren Alliierten austauschen, Training für ihre
Truppen erhielten und regionale Zusammenarbeit verstärkten. In diesem
Zusammenhang forderte sie laut
PDI vom 17. November
erneut den Kongress zu einer beschleunigten Behandlung des Antiterror-Gesetzes
auf.
* * *
Antiterror-Gesetz zweitrangig
Senator Joker Arroyo erklärte laut
PDI vom 16. November 2005,
es sei unwahrscheinlich, dass der Senat dem Wunsch der Regierung nachkommen
werde und die Verabschiedung des Antiterrorgesetzes beschleunigen werde. Das
Gesetz sei zweitrangig und sei erstmal in der Warteschleife. Auch das Drängen
zweier UN-Experten auf eine beschleunigte Behandlung ändere daran nichts.
* * *
Morde an politischen
Aktivisten
Das
Internetmagazin Bulatlat Vol. V, No. 39 vom
6. November 2005 veröffentlicht
einen Bericht der Menschenrechtsorganisation Karapatan, dass 120 politische
Aktivisten und Unterstützer progressiver Listenparteien und Volksorganisationen
seit Januar 2005 getötet worden sind. Das Magazin bringt eine ausführliche
Dokumentation über die Tötungen. Als ein Verantwortlicher, der hinter den
Tötungen steckt, wird Generalmajor Jovito Palparan benannt. Karapatan
präsentiert für diese Behauptung Beweise.
* * *
Bayanführer in Pampanga niedergeschossen
Ein Führer von Bayan in der Provinz Pampanga und zwei weitere Personen
wurden in Angeles City am Mittwoch, den 26. Oktober 2005, von zwei Männern
niedergeschossen. Laut
PDI vom 26. Oktober
handelt es sich um Francisco Rivera, den Vorsitzenden von Bayan in Angeles City,
sowie um Dr. Angel David und Von John Maniti. Die mit Gewehren bewaffneten Täter
saßen in einem Van. Der Mord setzt laut Bayansprecher Frank Mangulabnan die
serie von 14 Morden an Führern der Linken in Zentralluzon seit September dieses
Jahres fort.
* * *
Europa unterstützt Vertriebene in
Mindanao
Die EU unterstützt Kommunen in den
Südphilippinen, die vom 30-jährigen Krieg zwischen Regierung und muslimischen
Separatisten betroffen sind, mit 598.000 $,
erklärte laut
SunStar vom 20. Oktober 2005
das EU-Büro in Manila. Damit sollen der Zugang zu Trinkwasser und zu sanitären
Anlagen sowie das öffentliche Gesundheitssystem verbessert werden. Die
Unterstützung soll vor allem den durch den Bürgerkrieg aus ihren Heimaldörfern
Vertriebenen zugute kommen.
* * *
US-Antiterrorkoordinator besucht die
Philippinen
Botschafter Henry Crumpton kündigte nach einer
Meldung des PDI vom 19. Oktober 2005
den Besuch des Antiterrorkoordinators in den Philippinen an. Crumpton
bezeichnete die Philippinen als wichtigen Partner im globalen Krieg gegen den
Terrorismus. Washington warnte, der Indonesier Dulmatin, ein von Al-Qaeda
trainierter Elektronikexperte und möglicherweise einer der Köpfe des
Bombenattentats in Bali 2002, halte sich möglicherweise im Süden der Philippinen
auf.
* * *
Kein Kriegsrecht, sagt Malacañang
Der Sprecher der Präsidentin Eduardo Ermita wies laut
PDI vom 11. Oktober 2005
alle Gerüchte zurück, nach denen die Regierung wegen der fortgesetzten Versuche
zur Amtsenthebung der Präsidentin durch die Opposition die Verhängung des
Kriegsrechtes plane. Am 14. Oktober aber sahen laut
PDI vom 14. Oktober 2005
auch die engsten Verbündeten der Präsidentin anscheinend doch einen Anlass zur
Warnung vor einer Verhängung des Ausnahmezustandes, der vom Malacañang
offensichtlich als Option angesehen wird.
* * *
Neuer Anlauf für ein Antiterrorgesetz
im Parlament
Senator Manuel Villar von der Nacionalista
Partei legte laut
PDI vom 12. Oktober 2005
im Senat einen neuen Entwurf für ein Antiterrorgesetz vor, das fünf verschiedene
andere Gesetzesvorlagen im Senat vereinigt, nachdem im Repräsentantenhaus eine
eigene Fassung behandelt werden soll. Beide Häuser müssen sich dann schließlich
auf eine gemeinsame Fassung einigen, bevor die Präsidentin das Gesetz
unterteichnen und damit in Kraft setzen kann.
* * *
Camp Bagong Diwa wie das
Konzentrationslager Auschwitz
May Vargas berichtet im
Internetmagazin Bulatlat vom 16. Oktober 2005,
die Abgeordnete Liza Maza von der Listenpartei der
Frauenorganisation Gabriela habe in einer Rede vor dem
Repräsentantenhaus das Gefangenenlager Camp Bagong Diwa mit dem
Konzentrationslager Auschwitz verglichen. Die Haftbedingungen,
vor allem auch für muslimische Gefangene, seien unmenschlich
und entwürdigend. Das Lager war auch in Deutschland zuletzt im Falle
von deutschen Abschiebungshäftlingen, darunter das Ehepaar Grumbach, scharf
kritisiert worden. Mit den Haftbedingungen und den Hintergründen besonders für
deutsche Abschiebungshäftlinge befasst sich eine
Website des früheren Häftlings Oliver
Wesemann, der auch die
angebliche Untätigkeit der deutschen Botschaft im Zusammenhang mit deutschen
Inhaftierten scharf kritisiert.
* * *
Bayan Muna Führer in Tarlac erschossen
PDI vom 16. Oktober 2005
berichtet, dass Florante Collantes, Generalsekretär der linken Listenpartei
Bayan Muna in der Provinz Tarlac, am 15. Oktober durch zwei bewaffnete
Motorradfahrer, also im Vigilantestil, erschossen wurde. Es ist der 5. Bayan
Muna Führer in Tarlac, der seit Dezember 2004 getotet wurde. Manuel Loste,
Vizesprecher von Bayan Muna, äußerte den Verdacht, dass Generalmajor Palparan,
der jetzt in Zentralluzon die 7. Infanteriedivision befehligt, etwas mit den
Morden an den Bayan Muna Führern zu tun habe. Solche Tötungen geschähen immer
dann, wenn Palparan das Komando habe, wie zuletzt in den Ostvisayas und früher
in Mindoro.
* * *
Arroyo: Vorrang für Verfahren gegen
jugendliche Kriminelle
Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo hat nach
einem
Bericht der PDI vom 12. August 2005
angeordnet, dass die Fälle jugendlicher Straftäter mit Vorrang zu behandeln
seien, um die Zeit des Gefängnisaufenthaltes zu verkürzen. Ihre Anweisung war
offenbar eine Reaktion auf einen CNN-Bericht, dass Jugendliche in Gefängnissen
mit erwachsenen Straftätern einschließlich Pädophilen gemeinsam untergebracht
sind. Der Bericht bezeichnete Gefängnisse als Verbrechertrainingsstätten für
jugendliche Straftäter. CNN berichtete, dass 20.000 Kinder in philippinischen
Gefängnissen inhaftiert sind.
* * *
Präsidentin Arroyo hält Rede zur Lage der
Nation
Vor dem Parlament hielt Präsidentin Arroyo ihre jährliche Rede zur Lage der
Nation
SONA
(State of the Nation Address). Mit keinem Wort ging sie auf die aktuelle Krise
um die ihr vorgeworfene Wahlfälschung ein. Kernpunkt ihrer Rede waren ihre
Ausführungen zur Verfassungsänderung in Richtung eines parlamentarischen
Systems.
* * *
Bürgermeister von Cebu City wegen
"Bevölkerungskontrolle" kritisiert
BürgermeisterTomas Osmeña von Cebu City wurde laut
SunStar vom 3. Juli 2005
wegen seiner 'Bevölkerungskontrolle' mittels Tötungen im Vigilantestil vom
Menschenrechtsanwalt Rene Saguisag angegriffen. Saguisag stellte fest, dass
Osmeña die 65 summarischen außergerichtlichen HinrichtungenKrimineller seit 22.
Dezember 2004 durch Vigilantegruppen inspiriert habe. Bei diesen Tötungen
handele es sich um schwerste Menschenrechtsverletzungen.
* * *
Vier Polizeioffiziere in Davao City
suspendiert
Der Ombudsmann für militärische und vergleichbare Dienststellen (Moleo)
suspendierte laut
SunStar vom 30. Juni
die Polizeioffiziere von Davao City Chefsuperintendent Conrado E. Laza,
Chefinspektor Matthew P. Baccay, Chefinspector Filmore B. Escobal und
Chefinspector Vicente D. Danao Jr. wegen des Versäumnisses, die
außergerichtlichen Hinrichtungen hunderter Menschen in Davao seit 1998
aufzuklären. Die Suspendierung erfolgte auf Empfehlung des Staatsanwaltes Luis
E. Aquino, der Anklagen wegen Pflichtversäumnis und Inkompetenz gegen die
Polizeioffiziere untersucht. Bürgermeister Rodrigo Duterte erklärte, der
Ombudsmann habe verschiedene Sachverhalte übersehen.
* * *
22 außergerichtliche Hinrichtungen in
Samar
Vier Kinder und weitere sechzehn Personen sind laut einem
Bericht im Magazin Bulatlat vom 5. Juni
in den letzten vier Monaten verschwunden, weitere 22 Personen wurden
außergerichtlich hingerichtet. Mutmaßlicher Drahtzieher hinter diesen
Menschenrechtsverletzungen soll Generalmajor Jovito Palparan sein, der bereits
als Kommandeur in Mindoro schwerer Menschenrechtsverletzungen beschuldigt wurde.
Palparan war Kommandeur der philippinischen Hilfstruppen im Irak.
PDI vom 1. Juni
berichtet, Palparan habe in einem Hearing des Parlamentes die Tötungen in Samar
als unvermeidliche geringe Opfer des Kampfes gegen den kommunistischen Aufstand
gerechtfertigt.
* * *
Militär brandmarkt katholische
Bischofskonferenz als Kommunistenunterstützer
Das philippinische Militär stellte unter dem Titel "Kenne Deinen Feind"
neben weiteren Organisationen die katholische Bischofskonferenz der Philippinen
CBCP, die Nationale Journalistenunion NUJP und
das kritische Philippinische Zentrum für investigativen Journalismus
PCIJ als beeinflusst durch die kommunistische Partei der Philippinen
CPP und die Neue Volksarmee NPA dar. Fehlen
durften natürlich in dieser Liste nicht Bayan, KMU,
Karapatan, Anakbayan und LFS.
Der Sprecher der Armee für Zivilkontakte, Brigadegeneral Jose Angel Honrado,
erklärte aber laut
PDI vom 5. April,
das solle keine Brandmarkung bedeuten und keine Hitliste darstellen. (Aber
lieber General, was ist es denn sonst? Das alles kennen wir doch schon von Ende
der achtziger Jahre. Es war damals eine Aufforderung zum Töten und dazu führte
es auch.)
* * *
Arroyo warnt Journalistenmörder
'Ihre Tage sind gezählt', mit diesen Worten warnte Präsidentin Arroyo
in einer Rede vor Delegierten der Interparlamentarischen Union in Manila die
Mörder von Journalisten, das berichtet der
PDI am 4. April.
Sie nannte die Journalisten Verteidiger der Demokratie und Verfechter der
Wahrheit. In diesem Jahr wurden auf den Philippinen bereits drei Journalisten
getötet, im vergangenen Jahr sogar dreizehn.
* * *
Anwaltskammer IBP fordert von Arroyo:
Stoppen Sie das Töten in Cebu
Die Anwaltskammer der Philippinen fordert laut
SunStar vom 1. April 2005
durch ihre Vertreter in Cebu Präsidentin Arroyo in einer Resolution auf, das
Töten durch Vigilantegruppen in Cebu zu stoppen. Die bisher 40 Morde an
überwiegend Kriminellen in Cebu City seit 22. Dezember 2004 sind ungeklärt. Die
IBP (Integrated Bar of the Philippines) vertritt die Ansicht, das es den
Anschein habe, dass die Polizei die Täter ermutigt oder zumindest duldet.
* * *
Führendes Mitglied von Bayan Muna in
Leyte erschossen
Felidito Dacut, regionaler Koordinator von Bayan Muna, wurde
laut
PDI vom 15. März
am 14. März in Taccloban auf Leyte erschossen. Bayan Muna
verdammte den Mord und zeigte auf das Militär als möglichen Schuldigen. Das
Militär habe die legale Partei Bayan Muna in Leyte als Frontorganisation der
bewaffneten Aufstandsarmee NPA gebrandmarkt, erklärte Nelson Nirza,
Pressesprecher von Bayan Muna für die östlichen Visayas. Es könne sich um den
Beginn einer "Säuberungsaktion" handeln. General Jovito Palparan,
Kommandeur der 8. Infanteriedivision, stritt die Beschuldigung ab und erklärte
seine Bereitschaft zur Mithilfe bei der Aufklärung des Falles. Palparan ist ist
berüchtigt als mutmaßlicher Menschenrechtsverletzer in seiner Zeit als
Kommandeur in Mindoro vor einigen Jahren.
* * *
Ehepaar in Cebu City im Vigilantestil
erschossen
SunStar berichtet am 11. März,
dass ein Ehepaar, das mutmaßlich in Verbindung mit dem Drogenhandel stand, am
10. März in Cebu City erschossen wurde. Die Opfer waren in den Hinterkopf
geschossen worden. Damit stieg die Zahl der unaufgeklärten Morde im
Vigilantestil in Cebu City seit dem 22. Dezember auf 32.
* * *
Das Töten in Davao geht weiter
Nicht identifizierteMotorradfahrer schossen ein mutmaßliches Mitglied einer Gang
im Stadtteil Shanghai Village von Davao am Samstag, den 5. März, nieder. Damit
stieg laut
Bericht des SunStar vom 7. März
die Zahl der unaufgeklärten Morde im Vigilantestil in Davao in diesem Jahr auf
54. Das Opfer war der 22jährige Adriano Pepito, ein mutmaßliches Mitglied der
"Wangbu"-Gang. Adriano war das 2. Opfer in diesem Monat. Das erste Opfer war ein
Jeepneyfahrer namens Ranriel Paras, der am 1. März auch von bewaffneten
Motorradfahrern erschossen wurde.
* * *
Wendel E. Avisado spielt US-Bericht zu
Vigilantemorden herunter
Wendel E. Avisado, Administrator von Davao, spielte laut
SunStar vom 3. März
einen Bericht des US-Staatsministeriums herunter, der die summarischen
Hinrichtungen in Davao erwähnt und Bürgermeister Dutertes mutmaßliche
Verbindungen zur Vigilantegruppe Davao Death Squads. Der Bericht war am 28.
Februar vom Büro für Demokratie, Menschenrechte und Arbeit am 28. Februar
veröffentlicht worden. "Mögen sie denken, was sie wollen. Aber was den
Bürgermeister betrifft, er macht seinen Job für die Menschen," sagte Avisado.
* * *
Kopfgelder für außergerichtliche
Hinrichtungen in Cebu ?
Der Tod von
Jemar Torres Mansalinog in Cebu
City, verdächtigt des Raubes, durch die Kugeln eines Polizisten, ruft
verschiedene Reaktionen hervor: einmal eine mögliche Belohnung für den Schützen
in Höhe von 20.000 Pesos, zum anderen eine Untersuchung wegen möglicher
Menschenrechtsverletzungen. Bürgermeister Tomas Osmeña von Cebu
City hatte laut
SunStar vom 18. Februar
Polizisten im Dezember eine Belohnung von 20.000 Pesos versprochen, wenn sie
einen Kriminellen dauerhaft außer Gefecht setzten.
* * *
Verschwörung des Schweigens in Davao
Fr. Amado Picardal von der
Koalition gegen summarische extralegale Hinrichtungen (Case)
sagte laut
SunStar vom 20. Februar,
er vermute, die Polizei wisse etwas über die Täter der summarischen extralegalen
Hinrichtungen in Davao. Aber es gebe eine Verschwörung des Schweigens in der
Stadt bezüglich dieser ungeklärten Fälle. Carlos Zarate, Präsident des
Abschnitts Davao der Anwaltskammer der Philippinen IBP forderte die Polizei auf,
durch Beobachtung der für die Morde benutzten Motorräder die Fälle zu klären.
Weiter sagte er, es sei falsch zu behaupten, es gebe keine Zeugen für die Morde.
Die Zeugen hätten aber Angst auszusagen.
* * *
Bürgermeister Duterte von Davao nennt
internationale Journalisten Idioten
SunStar vom 6. Februar
berichtet, Bürgermeister Duterte von Davao City habe Repräsentanten der
Internationalen Föderation von Journalisten IFJ Idioten
genannt. Die IFJ hatte zusammen mit der Nationalen Union von Journalisten der
Philippinen NUJP nach einer Fact Finding Mission einen Bericht
veröffentlicht, in dem zitiert ist, dass zwei Bürgermeister aus dem Süden offen
Todesschwadronen unterstützten, um unerwünschte Elemente in ihren Städten
loszuwerden. Gemeint waren die Bürgermeister Rodrigo Duterte
von Davao und Tomas Osmeña von Cebu. Durch diese
weitverbreitete Kultur der Gewalt seien auch die Angriffe auf Journaliste n auf
den Philippinen zu erklären. Im vergangenen Jahr wurden auf den Philippinen 13
Journalisten ermordet. Duterte forderte die Journalisten auf, sich nicht in die
inneren Angelegenheiten von Davao einzumischen. Sie hätten schließlich nichts
für die Bewohner Davaos getan.
* * *
Vigilantemord Nr. 48 in diesem Jahr in
Davao
Ein junger filipino-chinesischer Händler wurde am 4. Februar vor seinem Laden
mutmaßlich von Vigilanten erschossen, berichtete der
SunStar vom 5. Februar.
Er war als Drogenhändler verdächtigt worden. Er war das 48. Opfer mutmaßlicher
Vigilanten in diesem Jahr in Davao City. Einige Stunden vorher war ein
19jähriger Mann auch in Davao City mutmaßlich von Vigilanten getötet worden.
* * *
Vigilanten töten in Davao fünf Menschen
an einem Tag
Der
PDI vom 23. Januar 2005
berichtet, dass Vigilanten am 22. Januar fünf Menschen getötet haben. Es handelt
sich um den Präsidenten der Händlerorganisationen, zwei Bandenmitglieder, einen
Arbeiter und einen Fan des Hahnenkampfes. Insgesamt wurden damit im Januar
bereits 32 Menschen durch Vigilanten getötet.
* * *
Anwälte fordern CHR zu Untersuchung von
Schnellhinrichtungen in Cebu auf
Eine Gruppe von Anwälten um den Präsidenten der Juristenkammer (IBP) von Cebu,
Democrito Barcenas, forderte die Menschenrechtskommission CHR und das Nationale
Untersuchungsbüro NBI auf, die Serie der summarischen Hinrichtungen in Cebu an
Kriminellen zu untersuchen. Die Kammer verdamme alle Formen von Vigilantismus,
berichtet der
PDI vom 9. Januar 2005.
Seit dem 23. Dezember 2004 sind in Cebu mindestens 13 verdächtigte Räuber und
Diebe getötet worden.
* * *
Blutige Streikniederschlagung in
Zuckerfabrik
Präsidentin Arroyo ordnete laut
SunStar vom 18. November 2004
die Amtsenthebung der an der blutigen Niederschlagung eines Streiks
verantwortlichen Militär- und Polizeioffiziere an. Am Streik waren 6000 Arbeiter
der Zuckerfabrik Azucarera de Tarlac, die der Familie der früheren Präsidentin
Aquino gehört, beteiligt. Bei der gewaltsamen Niederschlagung des Streiks wurden
laut SunStar mindestens vier Menschen getötet. Das gewerkschaftlich orientierte
internationale Internetportal labourstart fordert zur
Beteiligung an einer
Protestaktion im Internet
auf.
* * *
Morde Nr. 9 und 10 an Journalisten auf
den Philippinen
Gene Boyd Lumawag wurde am 12. November am Pier in Jolo
erschossen. Er war Fotojournalist für die Zeitung Mindanews.
Das berichtet das Internetmagazin
Bulatlat.com in seiner Ausgabe 41
vom 14. November 2004. Es ist der 9. Mord an einem Journalisten
in diesem Jahr. Die Nationale Union von Journalisten der Philippinen (NUJP)
erklärte, dass die Lippenbekenntnisse der Regierung Arroyo zur Pressefreiheit
nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Philippinen zu den gefährlichsten Plätzen
der Welt für Journalisten gehören.
PDI vom 16. November berichtet, dass der nur einen Tag nach
Lumawag angeschossene Radiojournalist Herson Hinolan aus Aklan
an seiner Verletzung am 15. November im Krankenhaus gestorben ist.
* * *
Kommunistischer Guerillaführer ermordet
Arturo Tabara, Führer der Revolutionären Proletarischen Armee
RPMP (Revolutionary Proletarian Army), einer Abspaltung von der
kommunistischen Neuen Volksarmee NPA seit 1992, wurde am Sonntagabend
erschossen. In einem Interview mit dem
PDI am 27. September 2004
erklärte Gregorio “Ka Roger” Rosal, Sprecher der
kommunistischen Partei der Philippinen CPP, es sei durchaus möglich, dass die
NPA hinter der Tat stehe. Tabara habe Verbrechen gegen die Menschen der
Philippinen und gegen die revolutionäre Bewegung begangen. Die RPMP hatte 1999
einen Friedenspakt mit dem Militär geschlossen. Tabara ist laut PDI der
dritte ehemalige Führer der CPP bzw. NPA nach
Filemon Lagman and Romulo Kintanar, der in den letzten
vier Jahren - mutmaßlich durch die NPA - erschossen wurde.
* * *
Brigadegeneral Palparan sieht Anklagen
wegen Menschenrechtsverletzungen entgegen
BRIG. Gen. Jovito Palparan, ehemaliger Kommandeur der philippinischen
Truppen im Irak, sieht laut
Manila Times vom 20. Juli 2004
Anklagen wegen schwerer Menschrechtsverletzungen aus seiner Zeit in Mindoro
entgegen, darunter wegen der Tötung der Menschenrechtlers Eden Marcellana und
des Bauernführers Eddie Gumanoy (siehe dazu auch im Archiv unter
"Menschenrechtsverletzungen durch Militär in Mindoro"). Die Vorsitzende der
Menschenrechtsorganisation KARAPATAN Marie Hilao-Enriquez sagte, ihre
Organisation habe hunderte Fälle von Menschenrechtsverletzungen durch das
Militär, wie Mord, Verschwindenlassen, illegale Haft und Einschüchterung,
während der zweijährigen Kommandeurszeit von Palparan dokumentiert.
* * *
Terrorgruppe Jemaah Islamiyah breitet
sich auf den Philippinen aus
Die dem Terrornetzwerk Al Qaeda nahestehende ursprünglich
indonesische Terrorgruppe Jemaah Islamiyah (JI) breitet sich laut einem Bericht
des PDI vom 13. Juli 2004 von Central Mindanao aus in Richtung
Sulu aus. Ein Sprecher der Armee erklärte weiter, auch die Mitgliederzahl der JI
habe sich vergrößert. Die JI hat enge Kontakte mit der terroristischen
philippinischen Islamistenorganisation Abu Sayyaf.
* * *
Familienclans haben die Macht
In einem Artikel vom 5. Mai 2004 befasst sich der PDI
zum Anlass der Wahlen mit der Realität der politischen und wirtschaftlichen
Macht auf den Philippinen. Es ergibt sich die nicht neue Erkenntnis, dass
150 Familien das Land beherrschen, unabhängig davon, wer gerade
gewählt wird. In allen Parlamenten, lokal wie landesweit, tauchen immer wieder
die gleichen Namen auf. Ricardo Abad, Professor für Soziologie
und Anthropologie an der Ateneo de Manila Universität, vergleicht die Clan mit
Kraken, deren Fangarme sich über die gesamte Gesellschaft
erstrecken. Zu den mächtigsten Clans im politischen Bereich
zählen der Marcos Clan in Ilocos Norte, der Ortegas Clan of La Union,
der Aquino-Cojuangco Clan in Tarlac. Auch der Vater der jetzigen
Präsidentin, Diosdado Macapagal, war von 1961-1965 schon Präsident. Zu den alten
superreichen Familien wie den Lopez sind im wirtschaftlichen Bereich als neue
Reiche die chinesischen Clans, wie die Sy und Tan,
gestoßen. Herman Kraft, Politikwissenschaftler der "University
of the Philippines" sieht keine Chancen für die notwendigen Reformen im Land,
wenn sie gegen die Interessen der reichen Familien verstoßen.
* * *
Analyse des politischen Systems der
Philippinen zu den Präsidentschaftswahlen
Unter dem Titel "Die Präsidentschaftswahlen im Lichte der
gesellschaftlichen Entwicklungen" gibt Randy David, Professor
für Soziologie an der University of the Philippines, in der Übersetzung von
Melanie Braun vom Philippinenbüro eine vorzügliche
Analyse
des gesellschaftlichen und politischen Systems der Philippinen auf nur vier
Seiten. Die Politik der gegenwärtigen Regierung wird unter die Lupe genommen und
anhand politischer Ziele beurteilt. Die politische Führung wird durch neue
Führungsgruppen herausgefordert, die etwas anbieten, was sie als wichtig für
eine bessere Zukunft des Landes ansehen. David schildert ein
Schlüsselproblem der Philippinen, die Korruption, mit folgenden Worten:
"Das öffentliche Amt ist zu einem Synonym von Korruption geworden, weil wir alle
stillschweigend die Idee akzeptiert haben, dass Politiker berechtigt sind, durch
korrupte Machenschaften all das Geld wieder reinzuholen, das sie ausgegeben
haben, um gewählt zu werden."
Der Artikel wird demnächst in der Zeitschrift Südostasien
erscheinen.
* * *
Gesetz gegen
häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder
Der Gesetzentwurf Nr. 2723 verbietet die Anwendung von Gewalt
gegen Frauen und Kinder innerhalb einer Ehe oder Partnerschaft. Es beinhaltet
auch das Verbot der Vergewaltigung in der Ehe. Der
Gesetzentwurf stammt von der Senatorin und Kandidatin für die
Vizepräsidentschaft Loren Legarda.
Das Gesetz trat am 8. März 2004 in Kraft. Gesetzestext im
Archiv.
* * *
Menschenrechtsverteidiger von Davao
Todesschwadronen ermordet
Rashid Jun Manahan, Direktor der Nichtregierungsorganisation
Community Resource Development Center und Koordinator der Organisation "Bürger
gegen die Todesstrafe" (Citizens Against Death Penalty) in Davao, wurde nach
einer Meldung des
SunStar vom 25. August 2004
am 24. August auf dem Weg zu einer Menschenrechtskonferenz in
Davao City von einem bewaffneten Motorradfahrer erschossen. Jun hatte auch
Stellung gegen die summarischen Hinrichtungen in Davao bezogen. Er war das
66. Opfer der Davao Todesschwadronen in diesem
Jahr.
Duterte bereit, sich den Vorwürfen zu
stellen
Bürgermeister Rodrigo R. Duterte ist bereit,
sich den Untersuchungen zu stellen, die ihn in Verbindung mit den
Vigilantemorden in Davao bringen. Er werde auf die Vorwürfe vor Gericht
antworten, berichtet der
SunStar vom 23. August 2004.
EU schockiert über Mord an
Menschenrechtsverteidiger in Davao
Die EU verurteilte am Donnerstag nach einem Bericht des
SunStar vom 26. August 2004
den kaltblütigen Mord an Menschenrechtsverteidiger
Rashid Manahan in Davao.
Dieser Mord lief nach dem Muster der Vigilantenmorde in Davao ab. Laut
Mindanews vom 25. August 2004
ordnete Bürgermeister Duterte an, die Polizei solle innerhalb
von 7 Tagen Bericht über ihre Untersuchungen erstatten.
Ombudsman untersucht Vigilantenmorde in
Davao
Ein Team des stellvertretenden Ombudsman für Militär in Manila
untersucht die Serie der außergerichtlichen Tötungen in Davao, die den
Todesschwadronen von Davao zugeschrieben werden. Nach einem Bericht des
SunStar vom 9. September 2004
wird das Fact-Finding-Team von Direktor Rudieger Falsis
geleitet und wird sich mit der Kommission für Menschenrechte CHR
des Bereiches 11 bei der Untersuchung der mittlerweile siebzig
unaufgeklärten summarischen Tötungen abstimmen.